SPEZIAL: Weltmilchtag am 1. Juni

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Die Diskussion um eine Erhöhung der Milchpreise - für Bauern und Konsumenten geht weiter. Die NÖM will im Juni höhere Preise (70 g bis 1 S) für Milch, Butter und Topfen durchsetzen. Dieses Vorhaben stößt auf weitreichende Kritik.
Am Donnerstagabend reagierte die NÖM AG auf den Vorwurf des niederösterreichischen Bauernbundes, der Bauernmilchpreis sei in Österreich um 60 g niedriger als in Bayern. "Die 60 Groschen sind für uns nicht nachvollziehbar", sagte NÖM-Sanierer Gerhard Schützner. Die NÖM werde jedoch im Juni einen neuen Versuch starten, im Handel höhere Preise für Milch, Butter und Topfen durchzusetzen und diese an die Bauern weiterzugeben. Angestrebt werden Erhöhungen um 70 g bis 1 S, kündigte Schützern an.
Auf Basis eines Preisvergleichs von Jänner bis April liege der von der NÖM bezahlte Preis um 25 g unter dem bayerischen Wert. Seit Mai bezahlt jedoch der deutsche Handel den Produzenten um 10 bis 14 Pfennig (70 g bis 1 S ) mehr. "Die Preisdifferenz von rund 25 g hat es immer gegeben und wird es immer geben", sagte Schützer. Das habe einerseits mit der speziellen Situation in Bayern zu tun, wo alle großen Produzenten seien, die mit ihren veredelten Produkten höhere Preise erzielten, die sie an die Bauern weitergeben könne. Andererseits gebe es topographische Gegebenheiten, die den Molkereien Mehrkosten im Ausmaß von mehr als 20 g je kg Milch verursachten. "Wenn wir den gleichen Milchauszahlungspreis erlösen müssten, wäre das ein Wettlauf mit ungleichen Mitteln", betonte Schützner.
Geldsorgen der Landwirte sollen behoben werden
Höherer Bauern-Milchpreise seien nur möglich, wenn der Handel mitmache. Die NÖM habe bereits im Mai versucht, Preissteigerungen bei Milch, Butter und Topfen durchzusetzen, allerdings ohne Erfolg. Nun sei man für Juni zuversichtlich. Die Preiserhöhungen - Ziel sind 70 g bis 1 S, ähnlich wie in Deutschland - würden 1:1 an die Bauern weitergegeben. "Wir müssen wettbewerbsfähige Preise zahlen, weil die Bauern sonst abzuwandern drohen", sagte Schützner. Die derzeitigen Verträge der Bauern mit der NÖM laufen noch bis Ende März 2002.
Mit Inserat-Texten wie "Europa bewundert uns. Deutschland beneidet uns. Die Politik lobt uns. Aber irgend wer bescheißt uns" oder "Schön, dass wir in ganz Europa als Vorbild gelten. Schlecht, dass wir davon nicht leben können", hatte der NÖ Bauernbund in den vergangenen Tagen versucht, auf die Geldsorgen der Landwirte aufmerksam zu machen.

