Alcatel/Lucent konnten sich nicht über Board einigen

Die Fusionsverhandlungen zwischen dem US-Telekom-Ausrüster Lucent und seinem französischen Wettbewerber Alcatel sind gescheitert. Bei den Verhandlungen sei keine Einigung erzielt worden. Eine nähere Begründung gaben die beiden Unternehmen nicht.
Mit dem Zusammenschluss des angeschlagenen US-Marktführers Lucent mit der französischen Alcatel wäre der weltweit größte Telekom-Ausrüster entstanden.
Das "Wall Street Journal Europe" hatte berichtet, die Fusionsverhandlungen seien fast abgeschlossen. Nach dem Zeitungsbericht sahen sie für das Pariser Unternehmen einen Anteil von 58 Prozent vor. Der Marktwert von Lucent sei auf 23,4 Milliarden Dollar (27,4 Mrd. Euro/376,5 Mrd. S) festgesetzt worden. Die beiden Konzerne hatten ihre Fusionsverhandlungen bisher nicht offiziell bestätigt.
Die Fusionsgespräche zwischen Alcatel und Lucent wurden nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen auf Grund von Differenzen über die Zusammensetzung des neuen Unternehmens-Boards sowie über die künftigen Besitzverhältnisse abgebrochen. Lucent habe zwar zu Beginn einer Aufteilung der Besitzverhältnisse im Verhältnis von 42 zu 58 zu Gunsten von Alcatel zugestimmt, hieß es in den Kreisen am späten Dienstagabend. Im US-Unternehmen habe es dann aber Befürchtungen gegeben, dass die Transaktion faktisch nicht auf einen "Zusammenschluss unter Gleichen" hinauslaufen werde.
"Plötzlich hatte man realisiert, dass selbst dann, wenn die Idee ein Zusammenschluss unter Gleichen gewesen war, das Ganze in eine Übernahme gemündet wäre," hieß es in den Kreisen. Beide hätten nicht die gleiche Zahl an Board-Mitgliedern im neuen Unternehmen gestellt. Die Differenzen seien allerdings erst spät in den Verhandlungen zum Vorschein gekommen.
Zuletzt war damit gerechnet worden, dass beide Unternehmen ihren Zusammenschluss im Umfang ankündigen werden. Die Gespräche, die zuerst am 18. Mai bekannt wurden, zielten auf die Übernahme von Lucent durch Alcatel über einen Aktientausch ab.

