Dienstag, 29. Mai 2001

ARBÖ fordert mehr Preiskontinuität

Diskussion

Eine durchschnittliche österreichische Tankstelle verändert ihre Preise im Schnitt 104 mal im Jahr. Bei kaum einem anderen Produkt werden die Preise derartig oft geändert. Kritisiert wird vor allem das "permanente Auf und das seltene Ab" bei den heimischen Spritpreisen.

"Mehr Preiskontinuität im Interesse der Konsumenten wäre angebracht", meinte ARBÖ-Sprecher Kurt Sabatnig am Dienstag. Die Autofahrer hätten kein Verständnis für die "kosumentenunfreundliche Preispolitik der Mineralölfirmen".

Große körperliche Anstrengung für Tankwarte
Das Auf und Ab bei den Treibstoffpreisen belastet aber nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Tankwarte. Zwei Preisänderungen pro Woche bedeuteten immerhin 104 Änderungen pro Tankstelle und Spritanzeigentafel. "Für Tankstellen mit elektronisch verstellbaren Anzeigentafeln ein Kinderspiel, für Tankstellen ohne der modernen Technik heißt es aber jedes Mal Leiter holen, rauf und runter kraxeln", betonte Sabatnig.

Bedenket man, dass eine Tankstelle meist über zwei Anzeigetafeln verfügt und der Tankwart pro Änderung rund sechs Höhenmeter absolviert, legt ein durchschnittlichen Tankwart somit jährlich 1.248 Meter auf der Leiter zurück. Die körperliche Belastung für Österreichs Tankwarte ist also enorm. "Noch nicht berücksichtigt sind dabei der Arbeitszeitaufwand und mögliche Unfallfolgekosten", so Sabatnig.

ARBÖ-Tank-Tipps
Für den Autofahrer wiederum gibt es aber auch die Möglichkeit, mit schlauem Tankverhalten von den Preisschwankungen zu profitieren. ARBÖ-Sprecher Sabatnig rät zum "antizyklischen Tanken" - d.h. am besten dann tanken, wenn keiner tankt, beispielsweise am Samstag Nachmittag, wo die Preise punktuell am häufigsten gesenkt werden.

Nicht getankt werden sollte hingegen zu "üblichen Tageszeiten", also nicht zu Früh- und Vormittagsspitzen im Arbeitsverkehr und auch nicht am Samstagvormittag, wenn der Wochenendausflug vor der Türe steht.

29.5.2001 11:43