Keine Produktionserhöhung 2002 geplant

Der befürchtet Personalabbau im Semperitwerk Traiskirchen ist fix. Die Betreibsräte konnten bei einem Treffen mit der Führungsspitze des Mutterkonzerns Conti keinen Meinungsumschwung erreichen. Sie sehen sogar den Standort insgesamt bedroht.
Im zum deutschen Continental-Konzern gehörenden Semperit-Reifenwerk in Traiskirchen (Niederösterreich) müssen in den nächsten Monaten 325 Beschäftigte in der Nutzfahrzeug-Reifenproduktion gehen.
Betroffene erhalten erhöhte Abfertigungen
Dies wurde Geschäftsführung und Betriebsräten am gestrigen Dienstag am Rande eines konzernweiten Betriebsratstreffens in Paris mitgeteilt. Die von den Jobstreichungen Betroffenen werden im Rahmen eines seit 1996 geltenden Sozialplanes erhöhte Abfertigungen erhalten, sagte Semperit-Betriebsrat Julius Böheimer. Noch ungeklärt ist die Frage, ob der Personalabbau bis September oder bis Jahresende durchgeführt werden muss.
Der Betriebsrat des Traiskirchner Semperit-Reifenwerks will eine Situation wie 1996 vermeiden, als Produktionszahlen und Jobs gestrichen wurden und "gleichzeitig hat man Leute aufgenommen, um die Produktion aufrechtzuerhalten". Deshalb tritt der Betriebsrat dafür ein, den Personalabbau sukzessive bis Jahresende durchzuführen, sagte Semperit-Betriebsrat Böheimer. Wenn aus dem Gespräch mit Aufsichtsratschef Nikolin Mittwoch Abend freilich "klar wird, dass absolut keine Aufträge mehr zu erwarten sind, bin ich auch dafür, dass man die Leute nicht länger quält und dass man sich hinsetzt und mit den Betroffenen redet".
Man wird bei Nikolin auf die Verlagerung von Nicht-Reifen-Produktionen auch nach Traiskirchen drängen, sagte Böheimer, der als Beispiel für ein solches Produkt Luftfedern für Stoßdämpfer anführte. Schließlich wird auch im Gesamtkonzern das traditionelle Kerngeschäft Reifen immer stärker durch andere Zulieferprodukte ergänzt.
Schließung des Continental-Werks in Belgien
Der deutsche Reifenhersteller Continental AG, Eigentümer der Semperit Reifen AG in Traiskirchen, hat sich für die weitgehende Schließung seines Werks im belgischen Herstal mit der Belegschaft auf einen Sozialplan geeinigt. Nach mehrmonatigen, teilweise von Betriebsbesetzungen begleiteten Auseinandersetzungen hat die Belegschaft am Dienstagabend dem Sozialplan mit großer Mehrheit zugestimmt, teilte ein Conti-Sprecher Anfrage mit.
Die Fertigung von Lkw-Reifen wird nun von den größeren Conti-Werken in Osteuropa übernommen. Von den einst 770 Beschäftigten bleiben noch 200 in Herstal. Sie sollen dort künftig Reifenrohlinge fertigen.

