Dienstag, 29. Mai 2001

Sundt darf noch eine Woche bleiben

Die ÖIAG hat die ursprünglich für heute, Dienstag, angesetzte Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria (TA) auf kommenden Dienstag verschoben. Grund dafür seien "terminliche Probleme" der italienischen Partner.

Dies bestätigte ÖIAG-Vorstand und TA-Aufsichtsratschef Johannes Ditz am Montag. Außerdem wurde Verschiebung mit den spät eingetroffenen Quartalszahlen der Telekom Austria begründet. Die Daten sollten vor der Sitzung noch genau geprüft werden, damit sie "im Detail diskutiert werden könnten", so Ditz.

Quartalszahlen kommen dennoch am Mittwoch
Die für morgen erwartete Ablöse von TA-Vorstands-Chef Heinz Sundt dürfte sich damit noch um eine weitere Woche verzögern. Auf die geplante Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen am Mittwoch hat die Verschiebung der Sitzung aber keine Auswirkung. Eine zusätzliche Bewilligung der endgültigen Zahlen durch den Aufsichtsrat vor der Veröffentlichung sei nicht notwendig, erklärte TA-Sprecher Martin Bredl.

Betriebsrat: Personaldiskussion steckt dahinter
Der Betriebsrat der Telekom Austria vermutet in der Verschiebung einen engen Zusammenhang zur laufenden Personaldiskussion. Ditz bestreitet dies. Die Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung, die unter anderem auch die Diskussion von Vorstandsfragen vorsieht, hat sich nicht verändert, so Ditz.

Informierten Kreisen zufolge soll nun nächste Woche neben TA-Chef Sundt auch TA-Technikvorstand Rudolf Fischer ausgetauscht werden. Der Schweizer Swisscom-Manager Räto Held, der zuletzt als Fischer-Nachfolger im Gespräch war, hat den TA-Eigentümer allerdings bereits eine Absage erteilt. Er wechselt Gerüchten zufolge nämlich zur Swissair.

Im TA-Betriebsrat herrscht unterdessen weiterhin Unverständnis für das Vorgehen der Eigentümer. Endlich sei Ruhe im Unternehmen eingekehrt gewesen, nun gehe die Personaldebatte wieder von vorne los. "Das hält die beste Firma nicht aus", meinte der stellvertretende Zentralausschussvorsitzende Helmut Hospodar.

Heute trifft der Betriebsrat mit ÖIAG-Chef Ditz zusammen. Von dem Treffen erhofft man sich Aufklärung darüber, wie es in der TA nun tatsächlich weitergehen soll. Gegen einen Komplettumbau des Vorstands wird man sich aber mit allen Mitteln wehren, sagte Hospodar.

Die ÖIAG ist mit einer Beteiligung von 47,8 Prozent Haupteigentümer der Telekom Austria. Die Telecom Italia hält 29,8 Prozent an der TA.

29.5.2001 13:39