Monaco-GP: Erster McLaren-Sieg seit September 2001
- Coulthard triumphiert vor Schumi I + II
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Im festlichen Kilt feierte David Coulthard im eigenen Fünf-Sterne-Hotel in Monte Carlo bis in den frühen Morgen. Doch in der Stunde des Triumphes blieb der in Monaco lebende Schotte nüchterner Realist. "Ich will diesen Sieg genießen. Denn es wird nicht so einfach, bald wieder ganz vorne zu sein." Nach dem Ende der Pleiten, Pech- und Pannenserie seiner "Silberpfeile" war auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug gut drauf.
"Das war ein Ausrutscher", leistete er sich einen Scherz mit ernstem Hintergrund. Nach dem Erfolg beim Klassiker warnte Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert: "Es gibt keinen Grund, euphorisch zu werden. Wir haben nach wie vor Defizite."
Große Töne werden im Lager von McLaren-Mercedes nicht mehr gespuckt. Nach seinem 12. Sieg im 131. Formel-1-Rennen, dem ersten seit einem Jahr, gab Coulthard unumwunden zu, dass der Saisonstart alles andere als einfach gewesen sei. "Es sah nicht so aus, als könnten wir überhaupt ein Rennen gewinnen, deshalb haben wir auf Monaco gesetzt. Es bedeutet mir sehr viel, dass es auch geklappt hat."
Auch die Konkurrenten freuten sich
"David war schon immer ein Großer. Er hat das Problem gehabt, dass sein Teamkollege Weltmeister war", sagte Haug. In Mika Häkkinens Glanzzeit - der Finne schaffte vor acht Monaten den letzten Sieg für McLaren-Mercedes - saß Coulthard, der seit 1996 für das Team fährt, zwar im besten Auto, doch an Häkkinen kam er nicht vorbei. In Monte Carlo widerlegte der Schotte eindrucksvoll das Image vom "ewigen Verlierer". Selbst Weltmeister Michael Schumacher war beeindruckt. "Ich habe ihm gesagt, dass es gut ist, dass er es endlich geschafft hat", lobte der zweitplatzierte "Schumi" seinen Rivalen bei der Siegerehrung.
"Es war ein wichtiger Sieg, denn bisher haben nur Schumachers gewonnen. Jetzt sieht es in der Formel 1 wieder etwas interessanter aus", fand Coulthard. In der WM-Wertung liegt der Schotte als Vierter 40 Punkte hinter Ferrari-Star Michael Schumacher, aber nur sieben hinter den Williams-BMW-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya.
Schumi hat 33 Punkte Vorsprung
Michael Schumacher kann unterdessen trotz der gerissenen Erfolgsserie entspannt in seinen Amerika-Urlaub starten. Der viermalige Weltmeister könnte mit seinem nun auf 33 Punkte gewachsenen Vorsprung schon in zwei Monaten beim Heim-Rennen in Hockenheim so früh wie nie als Champion feststehen. Schumacher fühlte sich nach dem GP von Monaco in seinen Vorhersagen bestätigt. "Ich glaube, dass jetzt sehr viele in Erklärungsnot geraten, die McLaren-Mercedes am Anfang des Jahres schon abgeschrieben haben", meinte der Ferrari-Star.
Weltmeister macht mal Pause
Bis zum Kanada-GP nimmt Schumacher eine Auszeit. Nach dem Monaco-Rennen traf er sich zum lockeren Plausch mit der Konkurrenz - Norbert Haug und BWM-Sportdirektor Gerhard Berger - im Zelt von Formel-1-Wirt Karl-Heinz Zimmermann. Dann begab er sich wie Coulthard zur vornehmen Einladung der monegassischen Fürsten-Familie. In dieser Woche überlässt er die Ferrari-Testfahrten in Silverstone und Monza den Kollegen, stattdessen urlaubt er mit Ehefrau Corinna in Nordamerika und kehrt erst in Montreal in sein Dienstauto zurück.
