Freitag, 1. Juni 2001

Nicht alle Schleusen öffnen

Der kürzlich vom Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein verfügte Entwurf, wonach pro max.Bundesligisten ab der kommenden Saison acht statt bisher fünf Nicht-EU-Ausländer eine Arbeitsbewilligung erhalten sollen, sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Nach der Vereinigung der Fußballer (VdF), die dagegen Sturm läuft, schaltete sich am Freitag auch die für den Sport zuständige Vize-Kanzlerin Susanne Riess-Passer in die Diskussion ein.

"Wir müssen die Grundlage schaffen, die es jungen und talentierten Fußballern in diesem Land ermöglicht, Karriere zu machen. Das können sie aber nicht, wenn alle Schleusen geöffnet werden und billige ausländische Spieler eingekauft werden. Wir wollen nicht Zustände haben, wo dann kein einziger Österreicher in einer Mannschaft spielt", sagte die FP-Politikerin.

Resolution
Die Vereine der höchsten Spielklasse fordern in einer Resolution, dass der mit dem Wirtschaftsminister ausgehandelte Erlass auch halten müsse. "Weil manche Klubs für die neue Saison schon neue Spieler verpflichtet haben", begründete Liga-Vorstand Nachbagauer. Nachbagauer führt nämlich ins Treffen, dass aus dem EU- und EWR-Raum mittlerweile aus nicht weniger als 21 Ländern Spieler nach Österreich ohne Einschränkung geholt werden könnten. So könnte zum Beispiel ein Vereine schon jetzt mit 20 Deutschen spielen. Auch wenn der von der Fußballer-Gewerkschaft und vom Rapidler Peter Schöttel als Spielervertreter am Montag für die max.Liga gemachte Vorschlag mit neun Österreichern und neun Ausländern (wobei es egal wäre, ob EU- oder Nicht-EU-Spieler) auf dem Blankett laut Nachbagauer rechtlich problematisch sei, so gehe er in die richtige Richtung einer Diskussionsgrundlage. "Ob Neun plus Neun oder ein anderes Verhältnis müsse aber sicher noch eingehend besprochen werden werden", so der Bundesliga-Vorstand, der an einer raschen Klarstellung interessiert ist.

1.6.2001 18:27