Schottland präsentiert EM-Bewerbung für 2008

Für ÖFB-Präsident Beppo Mauhart ist die gemeinsame Bewerbung mit der Schweiz um die Fußball-EM 2008 eine "Traumpaarung" und ähnlich äußerte sich am Mittwoch auch Franz Beckenbauer. "Österreich - Schweiz ist eine Idealpaarung".
Dies sagte der Präsident des Champions League-Siegers Bayern München bei der Jahrestagung des Österreichischen Sportjournalistenclubs (ÖSC) in Abtenau, wo der "Halbtiroler" dieser Kandidatur eine "reelle Chance" bescheinigte.
Beckenbauer, der ja wesentlichen Anteil daran hat, dass Deutschland die WM 2006 erhalten hat, ist natürlich mit allen Wassern gewaschen und weiß, worauf es bei so einer Kandidatur ankommt. Wichtig sind dabei aus seiner Sicht vor allem exzellente Bewerbungsunterlagen, eine ausgezeichnete Infrastruktur und Lobbying "bis zu einer gewissen Penetranz" und der damit verbundenen Anwesenheit bei allen wichtigen Veranstaltungen, um dort für diese Kandidatur zu werben.
Der "Kaiser", der seit dem 1. Juni 1982 in Kitzbühel lebt und sich dort "sauwohl" fühlt, ist natürlich gerne bereit, auch sein Scherflein zum Gelingen beizutragen. Allerdings nicht in offizieller Mission. "Ich bin als halber Tiroler gerne bereit mitzutun und bin gerne zu Lobbyismus aus dem Hintergrund bereit", sagte Beckenbauer. Dass die FIFA und die UEFA in der Schweiz beheimatet sind, könnte aus seiner Sicht "ein kleines Plus" sein.
Schweiz in Stadionfrage weiter als Österreich
Mauhart versprach, dass Österreich und die Schweiz eine professionelle Bewerbung auf den Tisch legen würden, die "nicht leicht zu umgehen" sein werde. Noch ist sie allerdings nicht offiziell, da ja die Garantieerklärung der Österreichischen Bundesregierung aussteht und damit im Gegensatz zu der Schweiz, wo die private Finanzierung der Stadien bereits gesichert ist, die Abmachungen zwischen Bund, Land und Stadt (sie sollen je ein Drittel der Kosten übernehmen) noch ausstehen.
Doch der ÖFB-Präsident erwartet diesen Beschluss bis Ende Juni und geht davon aus, dass das Projekt mit Stadien in Innsbruck (Aufstockung des Tivoli neu), Salzburg, Kärnten und natürlich dem modernisierten Wiener Happel-Stadion wie geplant am 14. August vor dem Wiener Länderspiel Österreich-Schweiz offiziell präsentiert werden kann.
Schottland als Mitbewerber
Zur gleichen Zeit, als in Abtenau ÖFB-Präsident Beppo Mauhart, Peter Gilleron, Generalsekretär des Schweizer Verbandes, und Franz Beckenbauer die Vorzüge der gemeinsamen Bewerbung von Österreich-Schweiz für die Fußball-EM 2008 erklärten, stellte auch Konkurrent Schottland seine Pläne vor. Der schottische Regierungschef Henry McLeish und David Taylor, Generalsekretär des Fußball-Verbandes, verkündeten am Mittwoch das Interesse von Regierung und Verband und präsentierten eine Machbarkeitsstudie.
Schottland müsste demnach zwei neue Stadien mit einer Kapazität von jeweils 30.000 Sitzplätze bauen oder ein anderes Land (Irland oder Wales) in die Bewerbung miteinbeziehen. Die Schotten verfügen derzeit mit Ibrox Park, Hampden Park, Celtic Park (alle Glasgow) und Murrayfield (Edinburgh) nur über vier EM-würdige Stadien. Der Bericht gibt der Bewerbung sehr gute Chancen, eine endgültige Entscheidung in Glasgow wird bis November erwartet.
