Donnerstag, 31. Mai 2001

Alles zum French Open in Paris

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Ivan Lendl gewann nie Wimbledon, Boris Becker nie auf Sand - und Pete Sampras kann sich mit Paris einfach nicht anfreunden. Diesmal war wiederum in Runde 2 Endstation gegen Galo Blanco. Patricia Wartusch und Barbara Schett stehen mit ihren Partnerinnen im Doppel in der 2. Runde.

Die eigentliche Sensation bei der Sampras-Niederlage: Der spanische Sandplatzwühler Blanco gewann in drei Sätzen 7:6, 6:3, 6:2. Sampras scheiterte auch im zwölften Anlauf in Roland Garros vorzeitig. Da der 13-fache Grand-Slam-Titelträger schon gegen einen Nobody wie Kauffman derartige Schwierigkeiten hatte, wird er wohl auch selbst nicht sonderlich vom Aus überrascht sein. Auch bei den Masters-Series-Turnieren in Rom und Hamburg hatte es gegen Harel Levy bzw. Alex Calatrava bereits Erstrunden-Niederlagen gesetzt, zuvor in Monte Carlo war Sampras gar nicht erst erschienen. Will er an der Seine jenseits der 30 doch noch eine reelle Chance haben, weit zu kommen, dann muss er sich einfach professioneller auf roter Asche vorbereiten. Aber dieser Zug ist für "Pistol-Pete" wohl abgefahren. Im Vorjahr hatte sich Sampras in Roland Garros übrigens schon in Runde eins dem Australier Mark Philippoussis mit 6:8 im fünften Satz geschlagen geben müssen.

ÖTV-Damentrio im Doppel im Einsatz
Barbara Schett und Anke Huber (GER-10) gewannen gegen Shinobu Asague/ Yuka Yoshida (JPN) 7:6 (7/3),6:7 (4/7),6:1. Patricia Wartusch hat mit Petra Mandula (HUN) die Französinnen Amelie Cocheteux/Stephanie Foretz bereits 7:6 (9:7), 6:3 geschlagen. In Runde 2 warten die topgesetzten des Doppel-Bewerbs: Lisa Raymond/Rennae Stubbs (USA/Aus). Sylvia Plischke ist mit Vanessa Webb (USA) erst im Einsatz.

Schetts Einzel-Analyse
"Ich habe im ersten Satz sehr gut gespielt, sehr konzentriert. Im zweiten bin ich dann zu passiv und zu hektisch geworden", erklärte Schett ihre doch vorhandenen Schwierigkeiten. Schon im ersten Satz, nach hervorragenden 26 Minuten, wackelte Schett etwas, als sie bei einer 5:1-Führung zwei Satzbälle nicht nützen konnte und Carlsson auf 3:5 herankommen ließ. Die fünfte Möglichkeit nützte Schett aber zum 6:3. Im zweiten stand es nach Break und Rebreak 4:4, Carlsson nahm Schett neuerlich den Aufschlag ab und servierte zum 6:4.

Ein Break zum 3:1 für Schett bedeutete letztlich die Entscheidung, sie spielte wieder aggressiver und Carlsson gab zum 2:6 ein weiteres Mal ihren Aufschlag ab. Nächste Gegnerin ist nun Llagostera. Der Überraschungssieg über Venus Williams hat ihr Selbstvertrauen gegeben. "Das habe ich mitgenommen. Ich bin heute schon ganz anders auf den Platz gegangen, als vor drei Wochen, als ich das letzte Mal gegen Carlsson gespielt habe. Ich war mir eigentlich immer sicher, dass ich das Match gewinnen werde und das wird mir auch sicher bei den nächsten Spielen weiterhelfen", prophezeit Schett.

Keine Neuauflage Schett-Plischke in Paris
Das nächste Match ist leider keine Neuauflage des Drittrunden-Duells von 1999, als Schett gegen Plischke gespielt (und damals verloren) hatte. Die gesundheitlich angeschlagene Plischke kämpfte gegen die Nummer 98 der Welt aus Spanien bis an den Rande der Aufgabe, war im Finish aber die Unglücklichere. Bei 6:5 im ersten Satz und auch später im zweiten Satz ließ sich Plischke von der Physiotherapeutin mit Tabletten versorgen, die ihr in der Folge auch halfen, ihre am Dienstag aufgetretene Magenverstimmung etwas zu verdrängen.

Nach gewonnenem ersten Satz lief es aber gar nicht mehr für eine immer müde werdende Plischke. Sieben Games en suite für Llagostera und danach eine 4:1-Führung für die kleine Spanierin deuteten klar in Richtung Niederlage Plischke. Doch die Tirolerin kämpfte sich zurück und führte sogar 6:5 bei eigenem Aufschlag. "Diese Energieleistung kann ich mir selbst nicht erklären. Es ist mir selbst ein Rätsel, dass ich bei 1:4 noch so zurückgekommen bin", meinte Plischke. "Eigentlich wollte ich bei 0:1 im dritten Satz schon aufhören." Nur zwei Punkte trennten sie dann vom Sieg. "Schade, es hat nicht viel gefehlt zur dritten Runde."

Top-Favoriten ohne Probleme
Der topgesetzte Brasilianer Gustavo Kuerten gewann gegen Agustin Calleri (ARG) 6:4,6:4,6:4, der Spanier Juan Carlos Ferrero (4) setzte sich gegen Marcos Ondruska (RSA) gar 6:2,6:2,6:0 durch. Weiter kam auch Tim Henman (11), der Brite bezwang Sjeng Schalken (NED) 6:4,6:2,6:2. Bei den Damen siegten u.a. die Belgierinnen Kim Clijsters (12) und Justine Henin (14). Kuerten musste bei seinem Sieg durch eine kurze Schwäche-Periode, als er im zweiten Satz bei 5:2 sein Service abgab. Grundsätzlich war der Sieger von 1997 und 2000 aber ungefährdet, in der nächsten Runde wartet der Sieger der Partie Karim Alami (MAR) gegen Harel Levy (ISR). "Ich glaube, dass mir meine Erfahrung aus den vergangenen Jahren geholfen hat. Es war heute wieder etwas Besonderes, Paris ist wie meine zweite Heimat", meinte "Guga". Ferrero benötigte nur 99 Minuten, um über Ondruska hinweg zu kommen. Wie Kuerten dreifacher Saison-Sieger, erdrückte der Erstrunden-Bezwinger von Markus Hipfl den Afrikaner förmlich mit seinem Spiel. "Das war ein sehr guter Start. Ich habe ein Match ohne Fehler gespielt."

31.5.2001 18:16