Mittwoch, 30. Mai 2001

Fünf Verdächtige weiter in Haft

Nicht nur bei Ajax Amsterdam wurde die Steuerfahndung fündig, auch bei dem niederländischen Spitzenklub NAC Breda fand sich belastendes Material. Am Dienstag befanden sich noch fünf Verdächtige zu weiteren Verhören in Gewahrsam. Dies teilte eine Sprecherin der Justiz in Amsterdam mit, ohne jedoch Angaben zu den betroffennen Personen zu machen.

Die Steuerfahnder waren aktiv geworden, weil beide Vereine verdächtigt werden, Einkommens- und Lohnsteuer hinterzogen und Urkundenfälschung begangen zu haben. Die Klubs aus der Ehrendivision sollen Zahlungen als steuerfreie Transfer-Vergütungen angegeben haben, obwohl es sich um steuerpflichtige Entlohnung von drei 1997 aus dem Ausland gekommenen Spielern gehandelt habe.

31,2 Millionen Schilling hinterzogen
Allein bei Ajax sollen mindestens fünf Millionen Gulden (2,27 Mill. Euro/31,2 Mill. S) hinterzogen worden sein. Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume beider Klubs am Montag wurden Unterlagen beschlagnahmt. Eine mögliche Anklage sei erst nach dem Studium der Papiere möglich, sagte die Justizsprecherin.

Shota Arveladze in Haft?
Unter den vorläufig Festgenommenen befinden sich nach Angaben der niederländischen Presse Ajax-Schatzmeister Arie van Os, der frühere Ajax-Direktor Maarten Oldenhof und der aus der Türkei gekommene Ajax-Spieler Shota Arveladze (Bild). Auch der frühere NAC-Schatzmeister John Schonk werde weiter im Arrest verhört, meldeten die Zeitungen unter Berufung auf Informationen der Klubs.

Auch Michael Laudrup betroffen
Archil Aveladze, der seinerzeit zu NAC Breda gekommene Zwillingsbruder von Shota Arveladze, sei bei seinem jetzigen Klub 1. FC Köln verhört worden. Von den Ermittlungen ist nach FIOD-Angaben auch der dänische Fußballer Michael Laudrup betroffen, der seinerzeit von Vissel Kobe (Japan) kam. Er ist jetzt als Assistent des Nationaltrainers in Dänemark tätig.

30.5.2001 08:45