Sonntag, 3. Juni 2001

Stichwahl für Präsidentenamt in Peru hat begonnen

In Peru hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Knapp 15 Millionen Peruaner waren zur Wahl eines Nachfolger des nach Japan geflüchteten früheren Präsidenten Alberto Fujimori aufgerufen.

Früheren Umfragen zufolge dürften sich die beiden Stichwahl-Kandidaten, der Ökonom Alejandro Toledo und der frühere Präsident Alan Garcia, ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Eine letzte Umfrage der Universität von Lima, die am Vorabend der Wahl in Peru nicht mehr veröffentlicht werden durfte, sah Toledo jedoch mit 56,1 Prozent weit vor Garcia mit 43,9 Prozent.

Garcia war erst Anfang des Jahres nach fast neun Jahren im Exil in seine Heimat zurückgekehrt. Wegen seiner katastrophalen ersten Amtszeit von 1985 bis 1990 galt der Politiker der sozialdemokratischen "APRA"-Partei zunächst als völlig chancenlos. Dem glänzenden Redner und charismatischen Politiker gelang es jedoch nach und nach, den Vorsprung Toledos zu verkleinern.

Toledo, der die Opposition im Kampf gegen Fujimori angeführt hatte, verstrickte sich indes in Widersprüche und musste sich Umgang mit leichten Mädchen, Kokainkonsum und eine uneheliche Tochter nachsagen lassen. Der Kandidat von "Peru Posible" verfügt nach Einschätzung politischer Beobachter in Lima jedoch über eine bessere Mannschaft von Wirtschaftsfachleuten.

3.6.2001 18:17