Sonntag, 3. Juni 2001

Bossi droht mit Austritt aus Regierungsbündnis

Italiens rechtspopulistische Lega Nord verlangt das Justizministerium in der neuen Mitte-Rechts-Regierung des designierten Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Italienischen Medienberichten vom Sonntag zufolge drohte Lega-Chef Umberto Bossi sonst mit dem Austritt aus dem Regierungsbündnis.

Wunschkandidat von Bossi ist seine "rechte Hand", Roberto Maroni. Bossi und Berlusconi trafen am Wochenende in Rom zusammen, um diese heikle Frage zu diskutieren.

Mehrere Politiker des Mitte-Rechts-Bündnisses äußerten Bedenken gegenüber Bossis Anspruch auf das Justizministerium. Laut italienischen Tageszeitungen sprach sich auch der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, der in den nächsten Tagen Konsultationen zur Regierungsbildung starten wird, dagegen aus, Maroni das prestigereiche Ressort anzuvertrauen. Die Lega Nord hatte Maroni bereits für den Posten des Kammerpräsidenten vorgeschlagen.

Berlusconi bastelt inzwischen an seinem Kabinett weiter. Für das Außenministerium kommt Mediengerüchten zufolge nach wie vor der Ex-Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, Renato Ruggiero, in Frage. Die Lega Nord könnte außer dem Justiz- auch das Sozialministerium erhalten. Sicher ist, dass dem Finanzexperte von Berlusconis Forza Italia das Wirtschaftsministerium anvertraut wird.

3.6.2001 17:57