Sonntag, 3. Juni 2001

Treffen zu Fortsetzung des politischen Dialogs

Die mazedonischen Streitkräfte haben am Sonntag erneut Stellungen der albanischen Extremisten in den Ortschaften Matejce und Slupcane angegriffen. Militärvertreter sagten im mazedonischen Fernsehen, die Truppen hätten ihr gesamtes Waffenarsenal eingesetzt, um auf Rebellenangriffe im Norden des Landes zu reagieren.

Präsident Boris Trajkovski wollte am Abend während eines Treffens mit Politikern der Regierungskoalition sein Amnestieangebot an die Extremisten diskutieren.

Militärsprecher Blagoja Markovski erklärte, die Rebellen hätten bei Straßenkämpfen in Matejce, rund 25 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Skopje, schwere Verluste erlitten. Die Extremisten haben bisher nicht auf das Angebot des Präsidenten reagiert, wonach den Kämpfern Straffreiheit zugesichert werden soll, die keine schweren Verbrechen begangen haben und nicht zu den Anführern des Aufstands gehören. Die mazedonische Regierung erklärte in der vergangenen Woche, sie sei bereit, die Verfassung zu ändern, um der albanischen Minderheit mehr Rechte einzuräumen.

Lage für Zivilisten verschärft sich
Internationale Hilfsorganisationen zeigten sich unterdessen besorgt über die Lage der rund 8.000 Zivilisten in Lipkovo und anderen Ortschaften in der Nähe von Kumanovo. Die Regierung erklärte, ein für die Wasserversorgung notwendiger Flussdamm sei in die Hände der Rebellen gefallen. "Wir müssen eine humanitäre Katastrophe verhindern", sagte Verteidigungsminister Vlado Buckovski am Samstag in einem Radiointerview. "Unsere oberste Priorität ist es, die Zivilisten aus der Krisenregion zu holen." Tausende hielten sich noch in Lipkovo auf, wo sie von den Rebellen festgehalten würden. Die Extremisten wiesen diesen Vorwurf zurück.

3.6.2001 21:56