Sonntag, 3. Juni 2001

Vater stolz auf Selbstmord-Attentäter

Der bewaffnete Flügel der palästinensischen Untergrundorganisation Hamas, Issedin al Kassem, hat sich am Sonntag zu dem Bombenanschlag auf eine Diskothek in Tel Aviv bekannt. Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Freitagabend vor dem Lokal in die Luft gesprengt.

Bei dem Anschlag wurden der Attentäter und 19 Israelis getötet. Es war der folgenschwerste Anschlag gegen Israel seit fünf Jahren. Der Attentäter wurde unterdessen identifiziert. Laut Hamas handelt es sich um Said Hotari, einen jungen Bewohner der Stadt Kalkilja im Westjordanland.

Vater des Selbstmord-Attentäters "stolz"
Die Familie des palästinensischen Selbstmordattentäters von Tel Aviv hat am Sonntag Israel vorgeworfen, ihn zu der Tat gebracht zu haben. Der 22-jährige Said Hotari habe aus Verzweiflung gehandelt, als er sich Freitag Abend in einer Menschenmenge vor einer Discothek am Strand von Tel Aviv in die Luft gesprengt habe.

"Das palästinensische Volk glaubt an Frieden, aber Israel lässt uns keine andere Wahl als diesen Weg zu gehen", sagte Hassan Hotari, Saids Vater. "Ich war sehr glücklich, als ich hörte was mein Sohn getan hat und wünschte, ich hätte es selbst getan".

Hassan Hotari lebt mit seiner neunköpfigen Familie in Jordanien. Die Familie war 1948 vor den Israelis dorthin geflohen. Said sei vor zwei Jahren ins Westjordanland gegangen, um dort als Elektriker zu arbeiten. Nach Angaben seiner Familie habe er aber keinen Kontakt zu palästinensischen Extremisten gehabt.

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3.6.2001 19:18