Weitere teifgreifende Reformen gefordert

Die große Mehrheit der Europaabgeordneten hat dem Nizza-Vertrag trotz erheblicher Bedenken am Donnerstag in Brüssel zugestimmt. 338 Ja-Stimmen standen 98 Nein-Stimmen und 59 Enthaltungen gegenüber.
In der Debatte hatte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Hans-Gert Pöttering, kritisiert, dass der Nizza-Vertrag das Beschlussfassungsverfahren im EU-Ministerrat noch komplizierter als bisher gemacht habe. Die Mehrheitsabstimmungen seien nicht wesentlich ausgeweitet worden. Die Entschließung, die am Donnerstag auf der Grundlage des Berichts des Spaniers Inigo Mendez de Vigo verabschiedet wurde, hält fest, dass der Nizza-Vertrag den Bewerberstaaten endgültig den Weg in die EU öffne.
Sie vertritt jedoch zugleich die Auffassung, dass eine Union von 27 oder mehr Mitgliedsstaaten tiefergehende Reformen brauche, um Demokratie, Handlungsfähigkeit und Regierbarkeit zu sichern. In der Entschließung wird außerdem "zutiefst" bedauert, dass der Vertrag von Nizza eine "zaghafte und unzulängliche Antwort" auf die Fragen für die nächste Regierungskonferenz zur Schaffung einer europäischen Verfassung gebe. Die Lücken sollten bei der nächsten Vertragsreform geschlossen werden.
Um die Mängel des Nizza-Vertrages zu beheben, behält sich das Europaparlament gewisse Druckmittel vor. Zwar kann das Europäische Parlament selber den Vertrag von Nizza nicht verbindlich billigen. Es hat aber einen Hebel in der Hand, da es laut EU-Vertrag eine bindende Stellungnahme zur Eröffnung der nächsten Regierungskonferenz abgeben muss.
Diese Stellungnahme wollen die Europaabgeordneten aber erst im Lichte der Ergebnisse des EU-Gipfels im Dezember abgeben. Gehen die EU-Regierungschefs dort nicht auf die Kernforderung des Parlaments ein, der nächsten Regierungskonferenz einen "Konvent" vorzuschalten, könnte das Parlament eine negative Stellungnahme abgeben.
Heckenschütze09:03
Sniper in FinnlandHeckenschütze feuert von Hausdach in Menschenmenge und tötet eine Frau
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
Familiendrama in St. Pölten09:04
Vater schießt auf SohnUnfassbarer Vorfall in Volksschule Wagram. Auch Tochter aus Klasse geholt
