Mittwoch, 30. Mai 2001

Wirtschaft soll ihren Anteil unverzüglich überweisen

Der Deutsche Bundestag hat am Mittwoch die Gelder zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter der Nazis freigegeben. Er stellte fest, dass ausreichende Rechtsicherheit für deutsche Unternehmen gegen Klagen wegen des NS-Unrechtsregimes gegeben ist.

Das Parlament äußerte zugleich die Erwartung, dass die deutsche Wirtschaft ihren zugesagten Beitrag von 5,1 Milliarden Mark (2,61 Mrd. Euro/35,9 Mrd. S) für den 10 Milliarden-Fonds nun "unverzüglich" überweist.

Deutschlands finanzielle Entschädigung für NS-Verbrechen
Mehr als 105 Milliarden Mark (53,7 Mrd. Euro/739 Mrd. S) hat die Bundesrepublik Deutschland seit den 50er Jahren aufgebracht, um Opfer des Nazi-Systems zu entschädigen. Die Gelder flossen auf Grund einer Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen und Verträgen, die zur Zahlung von weiteren etwa 20 Milliarden Mark verpflichten.

Mehr als fünf Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges werden mit dem Zehn-Milliarden-Fonds "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" von Staat und Wirtschaft jetzt auch bisher nicht berücksichtigte Zwangs- und Sklavenarbeiter bedacht. Nach Abwicklung aller Zusagen wird Deutschland Leistungen im Gesamtvolumen von fast 140 Milliarden erbracht haben.

30.5.2001 17:26