Mitte-Links-Kandidaten in Rom, Neapel und Turin vorne

Die italienischen Links-Parteien stellen auch weiterhin die Bürgermeister der drei wichtigen Metropolen Rom, Turin und Neapel. Der designierte Ministerpräsident Berlusconi erlitt bei den Kommunal-Stichwahlen eine erste klare Niederlage.
Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen erhielt der Kandidat des Mitte-links-Bündnisses in der italienischen Hauptstadt, Walter Veltroni, 52,2 Prozent der Wählerstimmen. Sein konservativer Herausforderer Antonio Tajani, Ex-Sprecher des Medienunternehmers Silvio Berlusconi, bekam bei der zweiten Wahlrunde 47,8 Prozent der Stimmen.
Mehr als sechs Millionen Italiener waren aufgerufen, die Bürgermeister und Provinzchefs in rund 75 Städten, Gemeinden und Provinzen zu bestimmen. Die Befürchtung der Linken, nach ihrer Niederlage bei der Parlamentswahl auch noch die großen Metropolen an die rechte Wahlallianz von Berlusconi zu verlieren, bewahrheitete sich nicht. Bei der Parlamentswahl vor zwei Wochen hatte Berlusconis Rechtsbündnis eine komfortable Mehrheit in beiden Kammern gewonnen. Der Medienunternehmer soll zwischen dem 4. und 11. Juni seine neue Regierung bilden.
Veltroni, ehemaliger Vize-Ministerpräsident und Ex-Kulturminister aus der früheren kommunistischen Demokraten-Partei, maß dem Wahlsieg vor Anhängern einen "hohen symbolischen Wert" zu. Dies sei der Beweis, dass das Olivenbaum-Bündnis nach der Niederlage bei den Parlamentswahlen vom 13. Mai wieder aufhole. Im ersten Wahlgang hatte Veltroni 48,35 Prozent der Stimmen erhalten, Tajani 45,12 Prozent.
In Neapel entschied die ehemalige Innenministerin der Mitte-links-Regierung Rosa Russo Jervolino die Wahl für sich. Die 64-Jährige wird die erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt. Sie kam nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlzettel auf 52,9 Prozent der Stimmen, während 47,1 Prozent der Wähler für den konservativen Antonio Marcusciello votierten. Im ersten Wahlgang hatte Jervolino 48,8 Prozent erhalten, ihr Gegner 45,7 Prozent.
In der Fiat-Metropole Turin legte der 52-jährige Kandidat des Mitte-links-Bündnisses Sergio Chiamparino in der zweiten Wahlrunde deutlich zu: Nachdem vor zwei Wochen 44,9 Prozent der Wähler für ihn gestimmt hatten, erhielt er laut offiziellem Endergebnis diesmal 52,8 Prozent. Sein konservativer Herausforderer Roberto Rosso bekam 47,2 Prozent gegenüber 44,1 Prozent vor zwei Wochen. Die italienische Linke gewann außerdem in den nördlichen Provinzen Mantua in der Lombardei und Lucca in der Toscana und verteidigte die Bürgermeisterämter im mittelitalienischen Rimini und im norditalienischen Belluno.
Im Rathaus von Rom hatte seit 1993 Francesco Rutelli regiert, der am 13. Mai als Kandidat des Mitte-links-Bündnisses gegen Berlusconi verloren hatte. Piero Fassino, stellvertretender Vorsitzender des Mitte-links-Bündnisses, betonte, der Wahlsieg in den drei Großstädten werde die Beziehungen zwischen dem Olivenbaum-Bündnis und der Bevölkerung wieder verbessern. Die Wahlbeteiligung lag mit 70,9 Prozent etwas niedriger als in der ersten Wahlrunde, als 80 Prozent der Wähler ihre Stimme abgaben.
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