Lukratives Geschäft vs. Lärmbelästigung und Strafen

Heute erfolgte am Vormittag in Reifnitz am Wörther See der Start zum 20. Treffen der Golf-GTI-Fahrer aus ganz Europa. Erwartet wird ein Rekord-Besucheransturm von etwa 40.000 Gästen mit bis zu 20.000 der deutschen "Kult-Boliden". Bis einschließlich Sonntag dauert das Spektakel.
Schon in den vergangenen Tagen dominierten GTI das Verkehrsbild im südlichsten Bundesland, da viele Teilnehmer des Treffens, vor allem aus Deutschland, schon vorher nach Kärnten angereist waren. Die Exekutive, die heuer mit einem Großaufgebot die turbulente Veranstaltung überwachen wird, hatte bereits alle Hände voll zu tun. Auf den Zufahrtsstraßen in Richtung Wörther See musste sie in 382 Fällen mit Organstrafverfügungen einschreiten, außerdem wurden 76 Verwaltungs- und 1.334 Radaranzeigen erstattet. In Reifnitz und Velden wurden bereits fünf Unfälle, zum Teil mit Personenschaden, verzeichnet. Insgesamt stehen rund 130 Beamte rund um den Wörther See im Einsatz.
Lukratives Geschäft vs. Ausschreitungen und Lärmbelästigung
Das nicht unumstrittene Treffen von GTI-Fans vor allem aus Österreich und Deutschland war zur Belebung der Vorsaison 1982 ins Leben gerufen worden. Seit damals stiegen sowohl die Teilnehmerzahlen als auch die Ausschreitungen kontinuierlich an. Alljährlich gibt es Verletzte sowie Hunderte Organstrafverfügungen und Anzeigen. Die Gastronomen am Wörther See können sich hingegen über ein äußerst lukratives Geschäft freuen.
Peter Perdacher, Obmann des GTI-Clubs Reifnitz, ist jedenfalls zufrieden: "Alle Betriebe am Südufer des Wörther Sees sind restlos ausgebucht." Perdacher und sein Team sowie sämtliche anderen Organisatoren und Gemeindeverantwortlichen wollen "Gummi, Gummi" und andere Exzesse möglichst hintanhalten. So wird es auch heuer für GTI-Fahrer eine Beschränkung von 6.000 Einfahrtsvignetten pro Tag für den Ort Reifnitz geben.
Vorsicht, Raser! Polizei kündigt kompromisslose Strafen an
Die Exekutive hat angekündigt, bei Alkohol am Steuer und Geschwindigkeitsübertretungen kompromisslos abzustrafen. Im vergangenen Jahr gab es rund 1.000 Strafzettel, etwa 3.000 Anzeigen und Gesamtstrafen von sieben Millionen Schilling.
Die Gemeindeverantwortlichen wollen es den Besuchern heuer auch ermöglichen, stressfrei nach Reifnitz und Maria Wörth zu gelangen. Dazu verkehren zwischen dem Strandbad Maiernigg am Ostufer des Wörther Sees und dem GTI-Spektakel vier Shuttlebusse, und zwar von Mittwoch 10.00 Uhr bis Sonntagnacht um 1.00 Uhr. Zudem gibt es Shuttle-Dienste der Post von Villach und Klagenfurt aus, und zwar im Stundentakt. Rund um Reifnitz wurden zwei Parkplätze für 6.000 Autos eingerichtet.
Deutscher bei Anreise zum GTI-Treffen getötet
Auf der Anreise zum GTI-Treffen ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Der Industriekaufmann Alexander Tiehme (22) aus Hösbach (PLZ 63768) war mit seinem Pkw auf der Tauernautobahn im Bereich von Mauthbrücken bei Spittal/Drau ins Schleudern geraten. Der Golf GTI prallte in der Folge gegen die Leitschiene.
Die Leitschiene bohrte sich quer durch das Fahrzeug. Der Lenker und eine bei ihm mitgefahrende 19-jährige Frau wurden schwer verletzt. Tiehme ist laut Gendarmerie im LKH Klagenfurt verstorben.
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