Skandale kratzen am Image

Die vier Mitglieder der norwegischen Königsfamilie mit König Harald V. an der Spitze müssen sich vielleicht bald nach anderer Arbeit umsehen. Nachdem die Popularität der Monarchie laut Umfragen vor allem durch Skandal-Schlagzeilen mit Prinzessin Märtha Louise (29, gr.B.li.) und Kronprinz Haakon (27, kl.B.o.re.) auf ein Rekordtief gesunken ist, hat die Regierung in Oslo eine Verfassungskommission zu der Frage eingesetzt, wie sich der Übergang zur Republik gestalten lassen könnte.
Eine Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich den Demoskopen zufolge eine Volksabstimmung. Als denkbarer Termin gilt das Jahr 2005, wenn die norwegische Monarchie 100 wird.
Mit gerade noch 59 Prozent der Bevölkerung hinter sich wissen die Royalisten in Oslo, was die Stunde geschlagen hat. So wurde am 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag zum Hauptthema auch für seriöse und führende Medien, wie Mette-Marit Tjessem Höiby (kl.B.o.li.), Verlobte und ab 25. August Ehefrau von Haakon, ihren ersten großen Auftritt als Teil der Regentenfamilie bewältigen würde.
Wink-Training für Verlobte des Kronprinzen
"Noch beherrscht sie nicht die Kunst, entspannt mit lockerem Handgelenk und steifem Ellenbogen zu winken", monierte die Zeitung "Aftenposten" nach ihrem Auftritt, und das durchaus nicht auf der Satireseite. Eine Hofreporterin des Fernsehens gab der 27-jährigen Studentin gute Haltungsnoten für das knapp dreistündige ununterbrochene Winken vor vorbeispazierenden "Untertanen". Aber auch diese Expertin war nicht ganz zufrieden: "Der Hut saß zu tief im Gesicht. Schlecht für den Augenkontakt." Solche Kritik ließe sich durch luftigere Hüte sowie Fortsetzung des ohnehin schon intensiven Wink-Trainings unter Anleitung der künftigen Schwiegermutter, Königin Sonja, aus dem Weg räumen.
Herkunft lässt sich nicht so leicht "korrigieren"
Anders sieht es beim Thema Herkunft aus. Die künftige Königin ist eine Frau mit Vergangenheit: Die Mutter eines unehelichen Kindes verkehrte früher im Drogenmilieu, der Kindervater ist wegen Drogendelikten verurteilt. Dass der Sohn von König Harald V. (64) und Sonja (63) mit einer allein erziehenden Mutter und früheren "Party-Queen" auf wilden Techno- und Drogenfeten schon jetzt ohne Trauschein zusammenlebt, werden ihm vor allem ältere Anhänger des Königshauses auf Dauer nicht verzeihen.
Freund der Königstochter bekannt für wilde TV-Auftritte
Haakons etwas ältere Schwester Prinzessin Märtha-Louise gar wartet mit dem landesweit bekannten Literaten Ari Brehn als festem Freund auf, der in eigenen TV-Filmen mit Kokain schnupfenden Prostituierten auftritt und sein Boheme-Image bisweilen durch Schilderung von Fäkal-Aktivitäten aufpoliert.
Das mögen treue Anhänger des Königshauses ebenso wenig wie Berichte darüber, dass Märtha-Louise ihre Leidenschaft für Pferde bei einem Trainingsaufenthalt in den Niederlanden zwischenzeitlich auf einen verheirateten Reitlehrer ausgeweitet hat.
Stocksteife Art kommt auch nicht an
Umgekehrt können viele Jüngere unter den 4,5 Millionen Bürgern des skandinavischen Landes wenig mit dem stocksteif wirkenden König Harald anfangen. Er erreichte nie auch nur annähernd die Popularität seines Vater Olav (1903-1991) erreicht, der bei Einweihungsfeiern aller Art bisweilen ein Nickerchen hielt und trotzdem oder vielleicht auch deswegen überragende Popularität genoss.
König beteiligt sich nicht an Monarchie-Debatte
Zur immer intensiver geführten Monarchiedebatte im eigenen Land fiel dem König nur der Satz ein: "Daran gedenke ich mich nicht zu beteiligen." Kronprinz Haakon dagegen freute sich schon öffentlich: "Es ist doch sehr gut, wenn die Menschen offen über die richtige Regierungsform diskutieren." Vielleicht hätte der kommende König nach diversen hässlichen Anfeindungen wegen seiner wenig royalen Partnerin auch persönlich nichts dagegen, wenn Norwegen Republik wird. Und Mette-Marit müsste nicht mehr mit der Schwiegermutter - die selbst eine bürgerliche Schneiderin war - winken üben.
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