Die Politik steht unter Zeitdruck

Poker um den ORF-General. Bereits im Herbst soll die neue ORF-Spitze gewählt werden. Doch die besten Kandidaten geben den Regierungsparteien reihenweise einen Korb.
Die Regierungsparteien stehen mit ihrer Suche nach geeigneten Kandidaten für die ORF-Spitze unter enormem Zeitdruck. Besonders die FPÖ ist für rasche Neuwahlen im ORF.
Was der schwarz-blauen Koalition bislang fehlt, ist ein politisch opportuner (Konsens-)Kandidat, der vom Stiftungsrat mit nunmehr einfacher Mehrheit an die Spitze des ORF gehievt werden kann. Der politische Hickhack um die ORF-Reform – insgesamt wurden von der Koalition zwei Nachdenkpausen verordnet und ein Weisenrat unter Führung des Schüssel-Beraters Gerd Bacher eingesetzt – hat auf mögliche Bewerber mehr als abschreckend gewirkt.
Der gebürtige Südtiroler Georg Kofler, ehemaliger PRO-7-Chef hat so wenig Interesse, wie Hans Mahr, Infochef beim deutschen Marktführer RTL, oder Helmut Brandstätter, Geschäftsführer des Berliner Nachrichtensenders n-tv.
Die ÖVP versucht auf Zeit zu spielen, will die Neubesetzung der ORF-Spitze bis ins Frühjahr 2002 verzögern. Doch mit dem Absagereigen steigen die Chancen für den amtierenden ORF-General Gerhard Weis auf eine weitere Funktionsperiode an der Spitze des ORF.
Noch hat sich Weis nicht auf eine neuerliche Kandidatur festgelegt. Aber: Finden ÖVP und FPÖ nicht bald eine Alternative, könnte die Ära von Gerhard Weis um fünf Jahre verlängert werden.
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