„Die Frauen hassen mich“

Marilyn Monroe wäre am 1. Juni 75 Jahre alt geworden. Ein Essay des Marilyn-Freundes und Literaturexzentrikers Truman Capote beleuchtet nun ihre sensiblen und derben Seiten.
Der Essay des amerikanischen Exzentrikerautors Truman Capote („Kaltblütig“) gibt den Blick frei auf den Menschen hinter der Fassade, von dem die Millionen Fans wohl kaum eine Ahnung hatten.
Capote erinnert sich an einen Nachmittag, den er mit seiner Freundin Marilyn im April 1955 verbracht hat. Sie stand zu dieser Zeit am Zenit ihrer Karriere, war heimlich schon mit dem Schriftsteller Arthur Miller liiert und seit ein paar Monaten in psychiatrischer Behandlung. Die Selbstzweifel und die Unsicherheit, die sie trotz ihres Erfolges plagten, kamen in ihren Gesprächen deutlich zum Vorschein.
So klagte sie Capote ihr Leid, sie würde als Schauspielerin nicht gebührend ernst genommen: „Alle sagen, ich kann nicht spielen. Ich kriege nie die richtigen Rollen, nichts, was ich wirklich gern machen möchte. Mein Aussehen ist mir da im Wege. Das ist zu festgelegt.“
Zu schön für Hollywood
Prompt beschwerte sie sich – in derber Rhetorik –, daß die Frauen in Hollywood sie schlecht behandeln: „Alle diese alten Fotzen hassen mich.“ Von Männern dagegen fühlt sie sich fairer behandelt: „Fast so, als wär ich ’n richtiger Mensch.“
Daß es Marilyn Monroe an Liebhabern nicht mangelte, ist notorisch. Was überrascht, ist ihre freizügige Sprache. So meinte sie etwa über Prinz Philipp: „Der ist süß. Sieht aus, als hätte er ’n hübschen Schwanz.“
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