Sonntag, 27. Mai 2001

Bei Konkurs nur 15 % Quote erwartet

Das Tauziehen um die überschuldete Handelskette Libro wird immer heftiger, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner jüngsten Ausgabe. Nach dem vergangene Woche ergebnislos abgehaltenen Bankengipfel benötige Libro dringend 300 Mio. S. Eigenkapital, um die Liquidität sicher zu stellen.

Die Altaktionäre um die Deutsche Beteiligungs-AG, Unternehmens Invest AG (UIAG) und Telekom AG seien bisher nicht in der Lage gewesen, Geld nachzuschießen. Ohne Kapitalspritze seien die Banken jedoch nicht bereit, auf einen Teil der Forderungen von insgesamt 2,3 Mrd. S. zu verzichten. Eine Pleite käme die Gläubiger aber teuer zu stehen. Laut einem geheimen Bericht der Unternehmensberater von Roland Berger & Partner könnten die Banken im Insolvenzfall bestenfalls mit einer Quote von 15 Prozent rechnen, da Libro - mit Ausnahme der Marke Libro - über keine nennenswerte Vermögenswerte verfüge.

Auch die Suche nach neuen Investoren gestalte sich bisher äußerst schwierig. Libro-Aufsichtsratspräsident und UIAG-Chef Kurt Stiassny gegenüber "profil": "Wir führen Gespräche. Unser Ziel ist es, möglichst rasch eine Entscheidung herbeizuführen." Interesse werde nach derzeit lediglich zwei Gruppen nachgesagt: dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann sowie einer Investorengruppe um Börsenguru Mike Lielacher, dem kleinen Wiener Investmenthaus Euro Invest AG sowie einigen britischen Investmentfonds. Das Münchner Verlagshaus Hugendubel, das zuletzt an den Amadeus-Buchläden interessiert gewesen ist, dürfte hingegen wieder abgesprungen sein.

27.5.2001 13:42