Freitag, 25. Mai 2001

Welteke: "Lufthansa-Tarifstreit ist schlechtes Beispiel"

Bundesbank-Chef Ernst Welteke warnte vor einem zu hohen Tarifabschluss bei den Lufthansa-Piloten: "Es kann sich leicht eine Lohn-Preis-Spirale entwickeln, die dann zu noch höheren Inflationsraten führt."

Der laufende Tarifstreit bei der Kranichlinie könnte "ein schlechtes Beispiel" sein, sagte Welteke der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Freitag. Die Tarifparteien aller Branchen müssten darauf achten, dass sie einen "stabilitätskonformen" Abschluss erzielten.

Als positives Beispiel nannte Welteke die Banken, deren Beschäftigte rund drei Prozent mehr Geld bekommen. "Das scheint eine vertretbare Größenordnung zu sein."

Die Lufthansa und ihre Piloten befinden sich derzeit in der Schlichtung, die von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) übernommen wurde. Die Fluggesellschaft bot ihren 4200 Cockpit-Beschäftigten zuletzt sofort bis zu 13,6 Prozent mehr Geld sowie eine variable Beteiligung am Konzernergebnis in Höhe von zwei Monatsgehältern. In den kommenden drei Jahren sollte das Gehalt um die durchschnittliche Tariferhöhung in Deutschland steigen, zudem standen erneut ergebnisabhängige Zuschläge in Aussicht. Die Piloten stellten sich vor allem gegen die lange Laufzeit; die Vereinigung Cockpit (VC) forderte allein in diesem Jahr 24 Prozent mehr Geld.

25.5.2001 15:35