Experten rechnen mit weiteren Kursverlusten

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Der Euro ist am Mittwoch auf ein neues Jahrestief von 0,8565 Dollar gefallen. Und schloss damit nahtlos an den deutlichen Kursverfall des Vortages an. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 0,8685 US-Dollar festgesetzt. Die Zinsen für den Euroraum wurden - wie erwartet - nicht gesenkt.
Devisenhändler bringen die erneuten Kurseinbrüche vor allem mit den schlechten Nachrichten aus Europa in Verbindung. Während sich die Meldungen aus den USA kontinuierlich verbessert hätten, sei aus Euroland nur wenig Erfreuliches zur Konjunkturentwicklung vermeldet worden, sagte ein Düsseldorfer Händler.
Die am Mittwoch veröffentlichten schwachen Wachstumszahlen aus Frankreich und Deutschland sowie der beschleunigte Preisauftrieb in Deutschland gebe wenig Hoffnung auf Besserung, sagte Devisenanalyst Kamal Sharma von der Commerzbank. Weitere Kursverluste seien sehr wahrscheinlich. Diese Einschätzung teilte auch Rainer Sartorius vom Bankhaus HSBC Trinkaus und Burkhardt: "Die historischen Tiefstände bei 0,82 US-Dollar könnte der Euro durchaus wieder erreichen."
EZB senkt die Zinsen nicht
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Zinsen für den Euroraum nicht gesenkt. Erwartungsgemäß entschieden die Währungshüter auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am Mittwoch in Frankfurt am Main, den Leitzins bei 4,5 Prozent zu belassen. Auch den Zinskorridor für den Geldmarkt ließ die Zentralbank unverändert. Die Sätze betragen weiterhin 3,50 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB (Einlagenfazilität) und 5,50 Prozent für Übernachtkredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität).
Zuletzt hatte die EZB am 10. Mai alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und damit die Finanzmärkte überrascht. EZB-Ratsmitglieder hatten nach der unerwarteten Senkung betont, die europäische Notenbank habe mit der Entscheidung keinen Zyklus von Zinssenkungen eingeleitet.
Erwartete Zinssenkung im Sommer
Im Markt bleiben Erwartungen einer weiteren Zinssenkung nach wie vor intakt, obwohl diese durch aktuelle Rahmendaten gebremst würden. "Im Sommer" werde der EZB-Rat die Zinsen nochmals senken, so die mehrheitliche Meinung. Die Ökonomen tippen dabei auf Juli bzw. "vor der Sommerpause", wenn der aktuelle Preisbuckel bei den Verbraucherpreisen überschritten ist. Denkbar sei ein Spielraum von bis zu 50 Basispunkten.
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