Kaufpreis: 4,183 Milliarden Schilling

Die seit Wochen mit Spannung erwartete Entscheidung über den Verkauf von Landesanteilen der Kärntner Elektrizitäts AG (Kelag) ist Dienstag Abend in der Landesregierung über die Bühne gegangen: Ein rund Drittel der Kelag-Anteile gehen an den deutschen RWE-Konzern.
Der deutsche RWE-Konzern wird 49 Prozent der Kärntner Energie Holding (KEH) und damit rund ein Drittel der Kelag-Anteile erwerben. Der Kaufpreis beträgt 4,183 Mrd. S (304 Mill. Euro).
Der RWE-Konzern, respektive die 100-Prozent-Tochter RWE Plus, setzte sich damit gegen die beiden Mitbewerber, die steirische EStAG sowie den Verbundkonzern durch. EStAG habe laut Landeshauptmann Jörg Haider lediglich 3,89 Mrd. S geboten, der Verbund hätte hingegen entgegen den Ausschreibungsrichtlinien 51 Prozent an der Kärntner Energie Holding erwerben wollen. Sein Angebot habe auf 4,5 Mrd. S gelautet.
Absegnung nur mehr Formsache
Der Zuschlag an den RWE-Konzern zum Erwerb von 49 Prozent der Kärntner Energieholding (REH) erfolgte durch einstimmigen Beschluss der Landesregierung nach einem ebenfalls einstimmigen Beschluss im REH-Aufsichtsrat. Die Absegnung in der nächsten Sitzung des Landtages ist nur noch Formsache.
Wie Landeshauptmann Jörg Haider Dienstag am Abend im Anschluss an eine außerordentliche Regierungssitzung mitteilte, habe die RWE vertragliche Garantien bezüglich des Erhaltes des Kelag-Standortes und der Arbeitsplätze sowie darüber abgegeben, dass die Verfügungsgewalt über Kärntens Wasserreserven beim Land bleibe. Auch sei vereinbart worden, dass die Kelag im Hinblick auf alle künftigen RWE-Aktivitäten in Österreich "die gesamtstrategische Position" einnehmen werde. Dasselbe solle für die RWE-Stromaktivitäten im südosteuropäischen Raum gelten.
Haider: "großartiges Ereignis"
Haider sprach deshalb von einem "großartigen Ergebnis". Der Entscheidungsprozess sei sehr professionell vorbereitet worden. Eine Strompreissenkung im Herbst sei "die logische Konsequenz" aus diesem guten Verkaufsergebnis. Finanzreferent LHStv. Karl Pfeifenberger (F) wies darauf hin, dass das ursprüngliche Ziel, nämlich rund drei Mrd. S zu lukrieren, bei weitem überschritten worden sei. Zufrieden zeigte sich auch SP-LHStv. Peter Ambrozy, weil 51 Prozent der Energieholding beim Land bleiben werden.
Die deutsche RWE ist mit rund 152.000 Mitarbeitern der drittgrößte Konzern Europas und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 660 Mrd. S.
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