Mittwoch, 23. Mai 2001

Höhere Umsätze auch durch Euroumstellung

Die Casinos Austria AG (Wien) haben im Jahr 2000 trotz höherem - legalen und illegalen - Wettbewerb einen neuen Rekord beim Bruttospielertrag eingespielt. Künftig soll die Kugel stärker im Internet und im Ausland gerollt werden.

Dies gab Vorstandsvorsitzender Leo Wallner Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz bekannt. Höhere Umsätze versprechen sich die Casinos auch von der Euroumstellung. Heuer sollen Umsatz und Bruttospielertrag in Österreich wieder um 4 bis 5 Prozent steigen.

"Die Casinos werden von der Euroumstellung profitieren, weil etwa die Gäste aus Deutschland und Italien nicht mehr umwechseln müssen", bemerkte Wallner. Das werde die Spielfreudigkeit erhöhen und den Umsatz steigern. Ab 1. Jänner 2002 würden bei den Automaten keine echten Münzen mehr, sondern Spielmünzen (so genannte Token) zugelassen, da bei den Euromünzen eine Seite landesspezifisch unterschiedlich gestaltet sei und die Fehlerquelle damit zu hoch sei. Die Produktion der neuen Euro-Jetons und Token sei bereits abgeschlossen. Die Casinos-Wechselstuben würden in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Jänner österreichweit die ersten Wechselstuben sein, wo in Euro gewechselt werden könne, betonte Wallner.

Die Österreichischen Lotterien, die zu 34 Prozent den Casinos Austria gehören, sind seit 1998 mit dem Webclub.at im Internet vertreten. Seit 26. April bieten die Lotterien gemeinsam mit den Casinos Austria auch die Casinospiele Roulette, Black Jack, Draw Poker und Chicken Slot an. Weitere Spiele sollen noch heuer folgen. 3 Mill. S werden derzeit pro Tag von den derzeit 20.000 registrierten Usern im Internet umgesetzt, hochgerechnet wäre das eine Milliarde S Umsatz im Jahr, berichtete Wallner. Wegen der hohen Ausschüttung, die im Internet 95 Prozent beträgt, bleibe den Casinos ein jährlicher Bruttospielertrag von 50 bis 60 Mill. S im Internetbereich. Davon müssten noch 40 Prozent an Steuern abgezogen werden.

In fünf Jahren könnte das Internet-Geschäft bereits 20 Prozent des Umsatzes mit Casino-Spielen ausmachen. Bei der Ausweitung des Internet-Geschäfts müssten jedoch noch einige Rechtshürden überwunden werden, meinte Wallner. Die Spielteilnahme im Internet ist bezüglich Einsatz, Alter (ab 16 Jahren) und Residenz (es muss ein österreichisches Konto vorgewiesen werden) begrenzt. Diese Begrenzungen würden auch künftig auf Grund der gesellschaftspolitischen Verantwortung der Casinos beibehalten, betonte Wallner. Derzeit gebe es weltweit etwa 800 Unternehmen, die Casino-Spiele im Internet anbieten.

Expansion in Schweiz und Südafrika geplant
Ein Schwerpunkt für 2001 sei die Expansion in der Schweiz und Südafrika, berichtete Casinos Austria-Vorstandschef Leo Wallner. In der Schweiz seien die Casinos an etwa zehn neuen Spielbetrieben interessiert. In Südafrika sollen zu den bestehenden Casinos in Johannesburg und Mykonos weitere Betriebe in Pietermaritzburg und George kommen. Der Schwerpunkt der Expansion am amerikanischen Kontinent liege in Argentinien, wo ein zweiter Betrieb eröffnet werden soll, sowie in Venezuela und Kanada.

23.5.2001 09:19