Donnerstag, 24. Mai 2001

Früherer Außenminister als Schlichter im Tarifstreit

Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren Piloten hat der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) als Schlichter das Wort. Genscher hatte sich am Mittwoch bereit erklärt, in dem festgefahrenen Konflikt eine Lösung zu vermitteln.

Zuvor hatten sich beide Tarifparteien bereits über den Ablauf der Schlichtung verständigt. Während des Verfahrens werde nicht gestreikt, versicherte die Pilotenvereinigung. Ein wichtiger Schritt, nachdem die Verhandlungen am Dienstag von beiden Seiten für endgültig gescheitert erklärt worden. Ursprünglich hatte die Pilotenvereinigung Cockpit bis zu zwei unabhängige Experten gefordert.

Nach wochenlangem Tarifkampf hatten sich die Konzernspitze und Cockpit am Dienstag darauf geeinigt, mit Hilfe eines Schlichters einen Weg aus der Sackgasse zu suchen. Die Positionen beider Seiten liegen aber noch weit auseinander: Die Lufthansa bot ihren 4.200 Cockpit-Beschäftigten zuletzt sofort bis zu 13,6 Prozent mehr Geld plus eine variable Beteiligung am Konzernergebnis in Höhe von zwei Monatsgehältern.

In den kommenden drei Jahren sollte das Gehalt dann um die durchschnittliche Tariferhöhung in Deutschland steigen. Zudem standen erneut ergebnisabhängige Zuschläge in Aussicht. Die Piloten stellten sich vor allem gegen die lange Laufzeit und forderten zudem allein in diesem Jahr 24 Prozent mehr Geld.

24.5.2001 12:50