Dienstag, 22. Mai 2001

Reifenhersteller kündigt Zusammenarbeit auf

Der amerikanische Autohersteller Ford will zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres mehrere Millionen Reifen an seinen Fahrzeugen austauschen. Dabei handelt es sich um zehn bis 13 Millionen Reifen des Herstellers Bridgestone/Firestone, die in den USA als Ursache für Verkehrsunfälle mit 174 Todesopfern gelten.

Der Streit um die tödliche Unfallserie mit Ford-Explorer-Fahrzeugen hatte am Montag zu einer Aufkündigung der 95-jährigen Zusammenarbeit beider Firmen von Seiten des Reifenherstellers geführt.

Der Bridgestone/Firestone-Vorstandsvorsitzende John Lampe erklärte, gegenseitiges Vertrauen und Respekt in den Geschäftsbeziehungen sei nicht mehr gegeben, weshalb sein Unternehmen keine Reifen mehr an Ford liefern werde.

Bereits im vergangenen Sommer wurden wegen der tödlichen Unfallserie in den USA mit Ford Explorern 6,5 Millionen Firestone-Reifen zurückgerufen. Im Nahen Osten kamen bei ähnlichen Unfällen infolge platzender Reifen sieben und in Venezuela 46 Menschen ums Leben. Beide Firmen schoben sich gegenseitig die Schuld für die Mängel zu.

Firestone-Reifen gehörten bei Ford seit dem Model T von 1906 zur Erstausstattung. Henry Ford und Harvey Firestone waren befreundet. 1947 heirateten ihre Enkel William Clay Ford und Martha Parke Firestone. Der jetzige Ford-Vorsitzende William Clay Ford jr. stammt also von beiden Firmengründern ab.

22.5.2001 09:01