Montag, 21. Mai 2001

Neue Kreditkonditionen ab 2004

Eine Firma zu gründen könnte in Österreich noch schwerer werden. Durch Änderungen bei Kreditkonditionen werden es vor allem Klein- und Mittelbetriebe schwer haben, an Kapital zu kommen.

Kopfzerbrechen bereiten den österreichischen Sparkassen die massiven Änderungen im Kreditgeschäft, wenn ab 2004 die neuen Eigenkapitalstandards für Kredite ("Basel II") in Kraft treten: "Wir sehen mit Sorge einer Entwicklung entgegen, die eine unserer Kernzielgruppen empfindlich treffen könnte, nämlich die Klein- und Mittelbetriebe und hier vor allem die Unternehmensgründer", sagte am Montag der Präsident des Sparkassenverbands, Josef Kassler, in Pörtschach.

Der individuellen Bonität des Unternehmens werde sicher höhere Bedeutung zukommen als jetzt, die Kreditkonditionen würden sich danach orientieren. "Wir fürchten, dass vor allem neuen Unternehmen zusätzliche Lasten entstehen könnten", so Kassler. Man wisse, dass das Gründen von Unternehmen gerade in Österreich schon schwer genug sei.

Sorge macht dem Sektor auch die "Finanzmarktaufsicht neu". Kassler will hier noch eine "sehr ausführliche" Diskussion über die Kosten. Die Kreditinstitute seien auf Grund ihrer Erfahrungen mit der Wertpapieraufsicht ein "gebranntes Kind". Sie fordern jedenfalls noch vor der Beschlussfassung des Finanzplans ein Mitspracherecht.

Zur einheitlichen Kapitalbesteuerung in Europa meinte Kassler, dass die geforderten Meldungen an die anderen Eu-Mitgliedstaaten "ja verständlich" seien. Er verwies allerdings darauf, dass die Kreditinstitute dazu aber das Schlagwort der "Emmentaler-Besteuerung" in Europa geprägt hätten. Womit angedeutet werde, dass es nicht akzeptabel wäre, wenn Steueroasen ohne Meldepflicht westlich von Österreich massive Kapitalabflüsse über den Rhein befürchten ließen. "Wir befürworten eine einheitliche Zinssteuer, aber nur unter Einschluss der Schweiz und von Liechtenstein, aber auch von Luxemburg." Gegen jede andere Regelung werde man sich massiv zur Wehr setzen.

21.5.2001 22:29