Umsatzplus von 1,7 Mrd. S inklusive Tabaksteuer

Mit höheren Umsätzen, aber leicht schwächeren Erträgen hat der börsenotierte Zigarettenhersteller Austria Tabak das erste Quartal 2001 abgeschlossen. Der Betriebserfolg (EBIT) lag mit 552 Mill. S (40 Mill. Euro) um elf Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 620 Mill. S, bei einer Umsatzsteigerung um 3,5 Prozent von 11,91 auf 12,33 Mrd. S.
Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) sank um rund acht Prozent von 574 auf 527 Mill. S.
Verkaufsbremser: Preiserhöhung bei Automaten
Als Hauptgrund für die schwächere Gewinnentwicklung führt Austria Tabak eine Preisumstellung bei den deutschen Automatenpackungen im November des Vorjahres an. Diese Umstellung von fünf auf sechs DM sei vom Konsumenten nur zögernd angenommen worden, so Vorstandsdirektor Heinz Schiendl, obwohl de facto der Stückpreis in Form einer höheren Zigarettenmenge in den Packungen zurückgenommen worden sei. Auch in der Vergangenheit sei es nach Preisanhebungen im Automatengeschäft zu zeitlich begrenzten "Durchhängern" gekommen.
Rekordergebnis des Vorjahres wird erwartet
Für den Geschäftsbereich Tabakindustrie erwartet Austria Tabak, dass das Rekord-Absatzergebnis des Vorjahres (rund 30 Milliarden Zigaretten) im laufenden Jahr 2001 zumindest erreicht werden kann. Für den Handel wird angesichts der besseren Absatzlage bei der Tobaccoland Automatengesellschaft im April dieses Jahres mit einer schrittweise Rückkehr der Konsumenten zu den Automaten gerechnet.
Mit Blick auf das Käuferverhalten, so Austria Tabak weiter, könne allerdings noch nicht verlässlich abgeschätzt werden, inwieweit die Ertragseinbußen im Betriebserfolg (EBIT) des ersten Quartals durch die Entwicklung in den Folgequartalen kompensiert werden und ob die bei Jahresbeginn erwartete Steigerung des betrieblichen Konzern-Cash Flow (EBITDA) von fünf Prozent heuer aufrecht erhalten werden kann. Da in diesem Jahr positive steuerliche Effekte wirksam würden, sei jedoch mit einer Gewinnsteigerung zu rechnen.
Der Geschäftsbereich Tabakindustrie steigerte in den ersten drei Monaten 2001 den Zigarettenabsatz um 3,4 Prozent auf insgesamt 7,3 Milliarden Stück. Davon wurden im Inland 3,1 Milliarden Zigaretten abgesetzt (1,8 Milliarden Stück aus Eigenmarken und 1,3 Milliarden Stück Lizenzmarken).
Im Vergleich der Quartale war der Inlandsabsatz der Eigenerzeugnisse um 7,2 Prozent rückläufig, weil es im Vorjahr wegen einer Preiserhöhung per 1. April zu Vorziehkäufen gekommen sei und die Preiserhöhung Mitte Jänner des laufenden Jahres sich negativ ausgewirkt habe. Die wichtigen Austria Tabak-Eigenmarken Memphis und Milde Sorte hätten sich weiterhin erfolgreich entwickelt, gemeinsam erreichten sie in Österreich einen Marktanteil von fast 40 Prozent.
Auf den internationalen Märkten stieg der Absatz um 12,9 Prozent von 3,7 auf 4,2 Milliarden Zigaretten. Zusätzlich wurden rund 700 Millionen Zigaretten in Lohnfertigung hergestellt.
Der Geschäftsbereich Tabakindustrie erwirtschaftete im ersten Quartal 2001 einen Umsatz exklusive Tabaksteuer von 1,7 Mrd. S (121 Mill. Euro), ein Plus von 3,3 Prozent. Der Betriebserfolg (EBIT) stieg um 3,4 Prozent auf 392 Mill. S.
Im Geschäftsbereich Großhandel musste im ersten Quartal 2001 ein leichter Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 9,4 Mrd. S hingenommen werden. Dies resultierte ausschließlich aus der negativen Entwicklung im deutschen Zigaretten-Automatengeschäft. Bei Tobaccoland Österreich konnten Umsatzzuwächse und Ertragsverbesserungen erzielt werden.
Die bessere Marktstellung im deutschen Convenience-Geschäft habe sich bei Lekkerland-Tobaccoland im ersten Quartal nicht nur in einem zehnprozentigen Umsatzzuwachs auf 18 Mrd. S niedergeschlagen, sondern auch in einer erfreulichen Ergebnissteigerung. Auf Grund der at equity-Konsolidierung wird der Umsatz dieser Gesellschaft in der Konzern- und Divisionsrechnung nicht erfasst.
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