Experten: "Hat nichts mit Faulheit zu tun"

Arbeitslose waren 1999 genau doppelt so lang im Krankenstand wie Erwerbstätige. Nach Daten von Hauptverband und AMS lag die durchschnittliche Krankenstandszahl der Beschäftigten bei 14,4 Tagen, jene der beim AMS gemeldeten Arbeitslosen bei 28,8 Tage. Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein will nun die Krankenstände von Arbeitslosen prüfen lassen.
Gesundheitsexperten und Arbeitsmarktfachleute verweisen dabei darauf, dass die höhere Zahl von Krankenstandstagen bei Beschäftigungslosen nichts mit Faulheit zu tun hat.
Vielmehr finden sich in der Zahl der Arbeitslosen auch jene vor ihrer Beschäftigungslosigkeit lange krank gewesenen älteren Arbeitnehmer, die eben auf Grund ihrer Krankheit dann gekündigt wurden. Deswegen ist der Schnitt der Krankenstände bei den Arbeitslosen wesentlich höher.
Darüber hinaus gilt es auch die psychische Belastung zu berücksichtigen, wenn ein Beschäftigungsloser trotz intensiver Suche und Arbeitswilligkeit lange Zeit keinen Job bekommt.
Nachfolgend die Entwicklung von 1995 bis 1999 (2000-er Zahlen liegen noch nicht vor):
| Jahr | Krankenstand/Beschäftigte | Krankenstand/Arbeitslose |
| 1995 | 14,9 | 25,1 |
| 1996 | 14,0 | 24,0 |
| 1997 | 13,2 | 23,7 |
| 1998 | 13,2 | 24,2 |
| 1999 | 14,4 | 28,8 |
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