Erste Ergebnisse am frühen Abend erwartet

An einem geheimen Ort werden zur Stunde die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Lufthansa AG und der Pilotenvereinigung Cockpit fortgesetzt. Ob es bereits an diesem Montag zu einer Einigung kommen wird, ist derzeit völlig offen. Sollte es in den nächsten Tagen keine Annäherung geben, werden die Piloten am Donnerstag erneut streiken.
Frühestens am Nachmittag bis gegen Abend kann vielleicht ein erster Trend in den Verhandlungen erkennbar werden, sagte der Sprecher des VC, Georg Fongern.
"Wenn es gelingen würde, an diesem Montag eine grobe Linie herauszuarbeiten wäre dies angesichts der immer noch großen Lücke zwischen Angebot und Forderung bereits ein erster Schritt", meinte Fongern.
Cockpit-Sprecher Georg Fongern bezeichnete am Wochenende auch spontane Streiks als möglich, sollte es keine Fortschritte bei neuen Tarifverhandlungen geben. Fongern sagte, er ist "guter Hoffnung", dass beide Seiten ihre "Spielräume nutzen" könnten. Spontanstreiks am heutigen Montag schloss er aus. Die Piloten hatten am Donnerstag zum zweiten Mal binnen acht Tagen die Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. Durch den Streik waren aber weniger Flüge ausgefallen als noch eine Woche zuvor.
Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte nach ihren ursprünglichen Forderungen von 35 Prozent zuletzt noch Gehaltszuwächse um 24 Prozent sowie eine Gewinnbeteiligung gefordert. Die Lufthansa hatte 10,6 Prozent plus Prämie angeboten.
Am Freitag hatten beide Seiten die Hoffnung geäußert, schon bald zu einer Einigung zu kommen und weitere Streiks verhindern zu können. VC hatte angekündigt, bis zu einer Einigung jeden Donnerstag zu streiken.
Folge des Pilotenstreiks: höhere Gehälter für Bodenpersonal
Als Folge des Piloten-Tarifstreits droht der Lufthansa auch eine neue Auseinandersetzung um die Gehälter für das Boden- und Kabinenpersonal. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat bereits angekündigt, wenn die Lufthansa den Piloten sehr hohe Gehaltserhöhungen zugesteht, kann dies nicht ohne Folge für die anderen Berufsgruppen bleiben.
Dann wird Verdi Nachforderungen erheben und den Abschluss für die Piloten in die laufenden Verhandlungen über Einstiegsgehälter des Bodenpersonals und über die Vergütungsstruktur der Kabinenbeschäftigten einbeziehen. Der vereinbarte Gehaltsabschluss für das Boden- und Kabinenpersonal mit linearen Erhöhungen um 3,5 Prozent soll nicht nachverhandelt werden.
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