76. Rallye-Sieg von "Old-Boy" Wittmann

Franz Wittmann hat am Samstag seinen zweiten Sieg bei einem Rallye-Meisterschaftslauf in Serie gefeiert. Der 51-Jährige triumphierte mit Beifahrer Thomas Zeltner mit einem Toyota Corolla WRC bei der Wechselland-Rallye in der Steiermark.
Franz Wittmann schwimmt in der heimischen Rallye-Meisterschaft weiter auf der Welle des Erfolgs. Nur drei Wochen nach seinem "Comeback-Sieg" in Oberösterreich gewann der 51-jährige "Rallye-Altmeister" am Samstag auch die Wechselland-Rallye in der Steiermark. Mit seinem Beifahrer Thomas Zeltner verwies er im Toyota Corolla WRC Raimund Baumschlager um 15 Sekunden auf Platz zwei und übernahm damit auch die Führung in der Meisterschaft. Mit 64 Punkten liegt er nun neun Zähler vor dem ausgeschiedenen Raphael Sperrer, Baumschlager ist einen Punkt dahinter Dritter.
Gemütliches Finale: "Fuhr nur so schnell wie notwendig"
Wittmann hatte das Heft nach dem Ausfall von Sperrer in die Hand genommen und vor allem am Samstag Vormittag einen Polster heraus gefahren. "Da habe ich das Tempo diktiert, daher konnte ich in der Schlussphase auf Abwarten fahren. Ich fuhr nur so schnell wie notwendig, um den Sieg nach Hause zu bringen", analysierte Wittmann, der bei großer Hitze bewies, dass sich sein Konditionstraining in Obertauern bezahlt gemacht hat. Ist er doch nach seinem 76. Erfolg bei einer Rallye jetzt in der "Pole position" im Kampf um den Titel.
Doch verspricht die Zukunft ohnehin, noch spannender zu werden. Denn gegen Ende der Rallye trumpfte Baumschlager groß auf und auch wenn er Wittmann nicht mehr gefährden konnte, ist er nach 13 SP-Bestzeiten guten Mutes. "Wir sind auf dem richtigen Weg, haben einen entscheidenden Schritt vorwärts gemacht", kommentierte der Oberösterreicher. "Wir sind zwar noch nicht am Ziel der Träume, aber es geht bergauf. Ich habe jetzt volles Vertrauen in Reifen und Fahrwerk." Trotzdem muss "Mundl" auf den ersten Sieg in diesem Jahr warten, denn noch war Wittmann schneller. "Ich muss ihm ein Kompliment machen, er hat eine tolle Leistung gezeigt."
Dritter Rang für den jungen Doppelreiter
Die Überraschung der Rallye war aber der junge David Doppelreiter. Der 21-Jährige fuhr drei Wochen nach seinem Ausfall mit Totalschaden in Oberösterreich mit dem Diesel-Golf auf den ausgezeichneten dritten Rang. "Es ist unglaublich, zuerst hätte ich nicht gedacht, dass wir starten können. Aber das Auto wurde fertig, ich habe mich immer mehr ans Limit heran getastet. Ich bin überglücklich und hoffe natürlich, dass dieses Ergebnis nicht einmalig bleibt", sagte der Niederösterreicher. Immerhin egalisierte er mit dem Podestplatz die beste Platzierung eines Diesel-Autos in der Geschichte der österreichischen Meisterschaft, vor ihm war nur Baumschlager mit einem Golf TDI auf Platz drei gefahren.
Doppelreiter fing auf den letzten zwei Sonderprüfungen noch den Deutschen Hermann Gassner ab, der mit dem Mitsubishi Lancer aber trotzdem sicher die Gruppe N gewann und seine Meisterschaftsführung ausbaute.
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