Freitag, 25. Mai 2001

SPEZIAL: FC Tirol ist Meister

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Violette Trauer in Wien, roter Jubel in Graz. Während bei der Austria Präsident Sattler eine Krisensitzung fordert ist der GAK im Glück: Endlich die Nummer 1 in Graz...

Die "welken" Veilchen waren die schlechteste Mannschaft im Frühjahr und müssen somit weiter seit 1995 auf eine Teilnahme am Europacup warten. Verständlich, dass der enttäuschte Präsident Georg Sattler eine "traurige Bilanz" zieht. Der Burgenländer forderte daher für die kommende Woche ein Gespräch zwischen dem Präsidium und Mäzen Frank Stronach, um "Tacheles" zu reden. "Es müssen dabei einige Dinge ganz deutlich angesprochen werden." Die Austria komme ihm vor wie eine Vase aus der Ming-Dynastie, die in Brüche gegangen sei. "Wir brauchen jemand, der die Scherben kittet. Das kann nur der Trainer, der Sportdirektor, nicht aber der Sponsor sein."

Kritik am System
Der Präsident vermisst das System, dass er auf dem Spielfeld nicht erkennen könne. "Willen habe ich zuletzt auch keinen gesehen. Das Ehrgefühl war bei den jungen Spielern mehr vorhanden als bei den Arrivierten." Sein Trost: Es könne ja nur noch aufwärts gehen. Ari Haan hat für die Kritik Sattlers Verständnis. "Sogar der Präsident sieht, dass kein System vorhanden ist", sagt der Niederländer.

Flexibles System
In Zukunft wird das Haan-System, mit einem flexiblen 4-4-2 und einer Abwehr auf einer Linie mit Zonen-Deckung, umgesetzt. "Es kann aber auch ein 3-4-3 oder ein 4-5-1 sein", sagt der Trainer-Sportdirektor, der seine Truppe bis 11. Juni auf Urlaub schickte. Jeder Spieler wurde von Hans Holdhaus noch getestet und bekam ein eigenes Programm mit ins Gepäck. "Zu Beginn der Vorbereitung gibt es wieder einen medizinischen Check, um zu sehen, ob die Spieler auch ihre Aufgaben erledigt haben", sagt Haan.

GAK: Nr. 1 in Graz
In der Fußball-Bundesliga sind die Roten die neue Nummer eins in Graz. Mit vier Siegen in Folge verdrängte der GAK noch Sturm von Rang drei und sicherte sich so einen Platz in der UEFA-Cup-Qualifikation. "Ich freue mich für die Mannschaft, die jahrelang einen Sturm-Komplex gehabt hat", meinte ein sichtlich gerührter GAK-Trainer Werner Gregoritsch nach dem 2:1 in Salzburg. Freude und Schadenfreude herrschten im Lager des GAK, hinter Meister Tirol die zweitbeste Frühjahrs-Elf.

Svetits: Ziel erreicht
Eine Genugtuung für die Athletiker, die jahrelang im Schatten des erfolgreichen Stadtrivalen standen. "Ich habe mein Ziel erreicht. Vor drei Jahren bin ich als Präsident angetreten, mit dem Ziel, einmal vor Sturm zu sein und einen Titel zu gewinnen. Wir haben im Vorjahr den Memphis-Cup und Supercup gewonnen, heuer haben wir den UEFA-Cup-Platz erreicht", erklärte stolz Peter Svetits, der das Präsidenten-Amt an Rudi Roth abgibt und in Zukunft als Sportdirektor die Geschicke des Vereins mitbestimmt.

25.5.2001 15:06