9.000er-Schallmauer wird angepeilt

Die 11.000-Seelen-Gemeinde Götzis mutiert am Wochenende wieder zum Mehrkampf-Mekka. Wie jedes Jahr gehen auch diesmal wieder viele Superstars an den Start,
Gleich 18 Zehnkämpfer mit einer Bestleistung von über 8.000 Punkten und ebenso viele Siebenkämpferinnen, die bereits die 6.000er-Marke übertroffen haben, sind für das 27. Hypo-Meeting im Mösle-Stadion gemeldet. Herausragender Teilnehmer ist dabei Vorjahrssieger und Weltrekordler Tomas Dvorak, der in Götzis mit dem ersten 9.000er-Resultat Sportgeschichte schreiben will.
Dvorak auf Rekordjagd
Der Tscheche hat nach seiner bis auf den Triumph in Vorarlberg enttäuschend verlaufenen Olympiasaison 2000 im Winter extrem hart trainiert und möchte nach den 8.900 Zählern im Vorjahr nun in Götzis im zweiten Anlauf unbedingt die magische Schallmauer durchbrechen. "Als erster Mensch, mehr als 9.000 Punkte zu erzielen, das ist mehr wert als jeder WM-Titel oder Olympiagold", betonte Dvorak im Vorfeld des Mehrkampf-Gipfeltreffens.
Prämien sollen motivieren
Zusätzliche Motivation ist das Preisgeld. So hat Veranstalter Konrad Lerch für eine Verbesserung des Weltrekords von 8.994 Punkten eine Prämie von 30.000 Euro (412.809 S) ausgesetzt, dazu kommt noch der Siegerscheck in Höhe von 12.000 Euro (165.124 S). Neben dem Topfavoriten Dvorak besitzen laut Lerch aber auch der tschechische Hallen-Weltmeister Roman Sebrle und der estnische Olympiasieger Erki Nool 9.000er-Potenzial.
Starke österreichische Beteiligung
Mit dem Olympia-18. Klaus Ambrosch, Thomas Tebbich, Michael Schnallinger sowie Thomas und Markus Walser sind gleich fünf Österreicher beim bestbesetzten Mehrkampf-Meeting der Welt dabei. Während Schnallinger und das Vorarlberger Brüderpaar neue persönliche Bestmarken erzielen wollen, peilen die "Achttausender" Ambrosch und Tebbich die WM-Teilnahme in Edmonton (3.-12.8.) an. Dafür sind zumindest 7.990 Zähler (IAAF-B-Norm) nötig, sofern sich nur einer der beiden Steirer für die Titelkämpfe in Kanada qualifiziert. Zwei Teilnehmer darf eine Nation dann stellen, wenn beide die IAAF-A-Norm von 8.070 Punkten erbracht haben.
Spitzen-Duell bei den Frauen
Bei den Frauen fehlt dagegen wie in den vergangenen Jahren ein heimischer Beitrag, und auch die zweifache Hypo-Meeting-Siegerin Ghada Shouaa aus Syrien (Olympiasiegerin 1996 und Weltmeisterin 1995) ist wegen Trainingsrückstandes nicht am Start. Dafür erlebt Götzis das Duell der amtierenden Weltmeisterinnen. Die französische Titelverteidigerin Eunice Barber, 1999 in Sevilla Freiluft-Goldmedaillengewinnerin, trifft auf die Weißrussin Natalja Sasanowitsch, ihres Zeichens Fünfkampf-Siegerin der Hallen-WM 2001 in Lissabon.
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