Dienstag, 22. Mai 2001

Nur keine Ablenkung

Die Final-Elf steht, der Countdown läuft - und Trainer Ottmar Hitzfeld ist mit den Gedanken voll beim Finale. Akribisch wurde alles geplant: Schon zwei Tage vor dem Endspiel reisten die Bayern am Montag nach Mailand. "Es war mein Wunsch, schon am Montag zu fliegen, wenn man im Finale steht. Zuhause wird man permanent abgelenkt und auf das Endspiel angesprochen. Wir brauchen aber mehr Ruhe und Abstand", begründete Hitzfeld die Maßnahme.

Die Scharte von Manchester ausmerzen
Das 1:2-Trauma gegen Manchester United ist auch zwei Jahre später allgegenwärtig. "Der Stachel sitzt immer noch tief", bestätigte Hitzfeld und wählte große Worte: "Die Mannschaft hat sich geschworen, den Titel nach München zu holen."

Schwerer Verlust: Jeremies spielt nicht!
Seine Final-Elf steht, auch wenn es nicht die Wunschformation ist. Denn Jens Jeremies strich der Trainer schweren Herzens aus seinen Planungen, weil der 27-Jährige wegen einer Entzündung der Weichteile und Muskeln am operierten rechten Knie keine Chance hatte, topfit zu werden. Ein finaler Gewaltakt mit Spritzen wurde von Hitzfeld als zu riskant verworfen: "Es geht um die Zukunft und Karriere von Jens." Der Mittelfeldspieler fügt sich seinem Schicksal, das Tribüne statt Spielfeld heißt. "Für mich ist das ganz bitter", sagte Jeremies, der seinen Körper selbst noch einmal "zwingen" und "überlisten" wollte.

Bayern haben großen Respekt vor Valencia
Der Mittwoch gehört der endgültigen Einstimmung mit Videos auf den Gegner, vor dem die Bayern großen Respekt haben. "Valencia lebt nicht von einzelnen Superstars wie Real Madrid oder Manchester, sondern von der Ausgeglichenheit", meinte Kapitän Effenberg und hob eine weitere Gemeinsamkeit mit dem eigenen Team hervor. "Es treffen sich in Mailand zwei Mannschaften, die sich nicht die Blöße einer zweiten Endspiel-Niederlage geben wollen."

22.5.2001 12:20