Osim-Buch soll bosnischen Kindern helfen

Ivica Osim ist nicht nur Trainer des Champions League-Fighters Sturm Graz, er ist ausserdem Vize-Bürgermeister von Sarajewo und ein Stück der jüngsten, tragischen Geschichte Yugoslawiens. Jetzt ist über das Phänomen Osim ein Buch geschrieben worden.
"Raja", sagt Sturm-Kapitän Ivica Vastic, wenn er seinen Trainer Ivica Osim beschreibt. Raja - ein Mensch, der im Leben viel erreicht hat und dennoch einfach geblieben ist. Ivica Osim hat viel erlebt, als Sportler, Trainer und nicht zuletzt als Bürger von Sarajewo. Zwei Wiener Sport-Redakteure (Gerald Enzinger und Tom Hofer) geben mit ihrem Buch "Ivica Osim - Das Spiel des Lebens" Einblick in das Leben des Bosniers. Mit seiner Frau Asima und den Autoren stellte Osim gestern Abend in der Wiener Buchhandlung Tiempo das 208-seitige Werk vor.
"Nach einem Buch muss man eigentlich aufhören!"
"Ich muss erst lesen und schauen, was ich alles erzählt habe. Wenn ein Buch geschrieben wird, dann muss man eigentlich aufhören", sagt Osim schmunzelnd. So weit ist es noch nicht. Der 60-Jährige wird weiter den SK Sturm Graz trainieren und für seine Heimat Bosnien "Botschafter" und Helfer sein.
Verzicht auf Honorar, für Fußbälle
Auch mit dem Buch soll Hilfe geleistet werden. Osim verzichtete auf ein Honorar, die beiden Autoren initiieren eine Stiftung, mit der die Fußball begeisterten Kinder in Sarajewo unterstützt werden. Viele Eltern haben ihre Kinder bei Vereinen angemeldet, um sie von der Straße weg zu bringen, doch es fehlt an Allem: Infrastruktur, Übungsplätze, Bälle, Trikots. "Das Spiel wird immer ein Spiel bleiben", meint Osim relativierend. Das Leben spielt sich nicht auf dem grünen Rasen ab. "Man kann auch spenden, ohne diesen Blödsinn zu lesen", sagt Osim mit einem Lächeln.
Bei Osim braucht man viel Zeit
"Es ist eine schöne Geschichte über meinen Mann", meint Asima, seit 36 Jahren mit Ivica Osim verheiratet. 30 Sitzungen zu je 70 Minuten hat das Projekt verschlungen, das im Jänner 1999 begonnen wurde. "Bei Ivica Osim muss man sich Zeit nehmen, zuzuhören. Je mehr Zeit, umso interessanter ist es", sagt Enzinger.
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