Montag, 21. Mai 2001

Weltsport droht Bestechungsskandal

Dem internationalen Sport könnte ein riesiger Bestechungsskandal drohen, Behaupten zumindest einige deutsche Zeitungen. Im Mittelpunkt des Interesses: FIFA-Boss Sepp Blatter.

Das ganze steht im Zusammenhang mit der zusammengebrochenen Marketinggruppe ISMM/ISL, die vom Weltfussballverband FIFA die Rechte an der WM 2002 und 2006 um fast 20 Milliarden öS erworben hat. Die Firma ist Pleite, die FIFA hat den Vertrag gekündigt.

Die Konsequenz: Laut "Berliner Zeitung" und "Süddeutschen Zeitung" seien an Funktionäre des Weltsports Gelder aus einer Stiftung der zusammengebrochenen Gruppe geflossen. FIFA-Boss Blatter sei von ISL-Managern unter Druck gesetzt worden, die Verträge mit dem Schweizer Unternehmen nicht zu kündigen. Sonst kämen unliebsame Berichte über die Geschäftsgebahrung an die Öffentlichkeit..

Verleumdung?
Markus Siegler seit dem 1. Mai persönlicher Sprecher von Blatter, wertete die Vorwürfe "im Namen von Herrn Blatter" als "Verleumdung". Sie entbehrten jeder Grundlage. "Weder die FIFA noch Herr Blatter hatten eine Kenntnis von der Stiftung." Alle Fragen seien an die ISMM-Gruppe zu richten. Präsident Blatter ist im Augenblick in besonderer Weise gefordert, die Folgen des Konkurses für die FIFA zu bewältigen. Und das ist ganz und gar nicht einfach." Die FIFA kündigte für Dienstag eine Presseerklärung an. Die Pressesprecherin von ISMM/ISL, Lucia Tellenbach-Winter, verweigerte jede Stellungnahme. Das Unternehmen sei gegenwärtig ganz mit dem Konkursverfahren beschäftigt.

21.5.2001 17:06