Seit April 51 Tote und 1.300 Verletzte

Die Unruhen in der Kabylei im Nordosten Algeriens verschärfen sich wieder und haben in den vergangenen Tagen mindestens ein halbes Dutzend Menschenleben gefordert. Die Spannungen bei den Militärmachthabern in Algier könnte zu einer baldigen Absetzung von Präsident Abdelaziz Bouteflika führen.
Wie die Pariser Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" berichtet, kursieren in Algier Gerüchte, wonach in einigen Tagen wichtige Veränderungen in der Regierung angekündigt werden sollten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.
Drohende Eskalation
Die Proteste jugendlicher Demonstranten in der abgelegenen Bergregion drohen nach französischen Medienberichten in einen Aufstand zu eskalieren. Jugendliche zerstörten öffentliche Bauwerke und bauten mit Strommasten Barrikaden gegen die Sicherheitskräfte.
In der Region von Bouira, etwa 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Algier, hat es am Samstag bei den Zusammenstößen einen Toten und acht Verletzte gegeben. In Bejaia sind zwei alte Menschen tot aufgefunden worden, die nach den Angaben von Augenzeugen an Tränengas erstickt sind. Am Donnerstag und Freitag hat es insgesamt vier Tote gegeben.
Unruhen forderten bereits 51 Menschenleben
Die Unruhen, die am 18. April ausbrachen, als ein Jugendlicher von der Polizei erschossen wurde, haben nach offiziellen Angaben des algerischen Staats-Fernsehens 51 Menschenleben und 1.300 Verletzte gefordert. Nach Informationen aus Algerien könnte Bouteflika in Kürze mit einer weiteren Ankündigung von Maßnahmen versuchen, die Lage in der Kabylei zu beruhigen. In einer Fernseh-Ansprache am 30. April hatte er nur die Einsetzung einer Untersuchungskommission versprochen.
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