Mittwoch, 23. Mai 2001

200-prozentiges Kompensationsgeschäft

Der Ankauf der neun "Black Hawk"-Hubschrauber für das österreichische Bundesheer kostet netto 2,3 Mrd. Schilling (167 Mill. Euro). Doch die daran angeschlossenen Kompensationsgeschäfte bringen der heimischen Wirtschaft 4,6 Mrd. S.

Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) freute sich, dass das Volumen der Gegengeschäfte mit der amerikanischen Herstellerfirma Sikorsky und deren Parnter damit bei über 200 Prozent des Ankaufspreises liegt. Bereits heute wurden die ersten Verträge unterzeichnet.

Erfreut zeigte sich auch Egon Winkler, stellvertretender Generalsekretär der österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ), darüber, dass eine Milliarde davon in die Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich fließe. Weitere Schwerpunkte sollen Zulieferungen für die Luftfahrt-, Raumfahrt- und Autoindustrie sein. Ein wichtiges Augenmerk werde auch auf den Bereich der Hochtechnologie gelegt, versicherte Winkler.

Kompensationsgeschäfte sind wichtiger Faktor für die Wirtschaft
Verteidigungsminister Scheibner erwartet das die Geschäftsbeziehungen, die im Rahmen der Kompensationsgeschäfte vereinbart werden, auch über die zehnjährige Laufzeit hinaus Früchte tragen wird. Er sieht daher in Kompensationgeschäften einen wichtigen Faktor für die österreichische Wirtschaft. Nicht zu vergessen sind auch die Umwegrentabilität und der Multiplikationsfaktor für die heimische Industrie.

Erste Verträge konnten bereits unter Dach und Fach gebracht werden. Der heimische Motor- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing (Bruck/Mur) konnte im Zuge der Kompensationsgeschäfte einen Auftrag über die Ausstattung von Sikorsky-Hubschraubern mit Heckrotorantrieb konkretisieren. Das Volumen des Auftrags belaufe sich auf 10 Mill. US-Dollar (11,51 Mill. Euro/158,4 Mill. S), erläuterte Ernst Wustinger von Pankl Racing. Nicht nur die Wertschöpfung durch die Entwicklung und Herstellung der Rotoren in Österreich wäre gesichert, es würden in den nächsten Jahren auch 40 bis 50 hochqualifizierte Mitarbeiter bei Pankl Jobs finden, unterstrich Wustinger den Wert von Gegengeschäften für Österreichs Wirtschaft.

Weitere 20 bis 25 Projekte vor Abschluss
Einen Auftrag über die Lieferung von Hochtemperaturwerkstoffe fixierte die Tiroler Plansee-Gruppe. Über den Umfang des Auftrags wollte Plansee keine Auskunft geben, hofft aber auf Anschlussaufträge in "signifikanten Umsatzbereichen". Neben den beiden bereits konkret abgeschlossenen Aufträgen seien weitere 20 bis 25 Projekte derzeit in der "Pipeline", die in den nächsten Wochen zum Abschluss gebracht werden sollen, hofft Winkler.

23.5.2001 15:14