Opferverband fordert Verlängerung der Antragsfrist

Zinsen sollen nicht zurückgehalten werden: Vertreter ehemaliger Zwangsarbeiter haben die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft aufgefordert, die bei ihr aufgelaufenen Zinsen vollständig an die Zwangsarbeiter weiter zu geben.
Der Sprecher des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Verfolgte, Lothar Evers, sagte am Mittwoch in der ARD, die Frage sei, wie viel die Wirtschaft sparen wolle, indem sie die aufgelaufenen Zinsen auf ihren Entschädigungsanteil von fünf Milliarden Mark (2,56 Mrd. Euro/35,2 Mrd. S) anrechne.
Evers verlangt, dass die Wirtschaft die vollen fünf Milliarden Mark plus Zinsen zahlen müsse. Opferanwalt Michael Witti (Bild) sagte, notfalls müsse später um die Zinsen erneut gestritten werden. Die Stiftungsinitiative will ihren Beitrag plus 100 Millionen Mark Zinsen überweisen. Bund und Wirtschaft zahlen jeweils fünf Milliarden Mark.
Evers sprach sich auch für eine Verlängerung der Frist für Entschädigungsanträge aus. Nach derzeitigem Stand können Anträge nur bis zum 11. August gestellt werden. Es sei wichtig, sagte Evers, dass der Deutsche Bundestag diese Frist verlängere. Viele ehemalige Zwangsarbeiter hätten mit der Antragstellung gezögert, weil sie nicht mehr daran geglaubt hätten, dass die Stiftung noch zu Stande komme.
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