Mittwoch, 23. Mai 2001

Moderater Republikaner könnte die Seiten wechseln

US-Präsident George W. Bush und Vizepräsident Dick Cheney haben sich persönlich in die Bemühungen eingeschaltet, einen moderaten republikanischen Senator vom Austritt aus seiner Fraktion abzuhalten. Der 67-jährige Jim Jeffords (Bild) hat die Möglichkeit angedeutet, zu den Demokraten wechseln zu wollen.

Damit würden die Demokraten die Mehrheit im Senat bekommen, in dem zurzeit mit jeweils 50 Sitzen für jede Partei ein Patt herrscht. Die Partei mit der Mehrheit im Senat kontrolliert den Ablauf von Gesetzgebungsverfahren und stellt die Vorsitzenden in allen Ausschüssen.

Jeffords hat schon gelegentlich mit den Demokraten gestimmt und Bush bei seinem größten Prestige-Projekt, der auf zehn Jahre verteilten Steuersenkung um 1,6 Billionen Dollar (1.842 Mrd. Euro/25.350 Mrd. S), die erste große Abstimmungsniederlage in seiner Amtszeit beigebracht. Danach wurde der seit 25 Jahren Vermont repräsentierende Senator nicht zu einem Empfang für einen Lehrer aus seinem Staat im Weißen Haus eingeladen.

Ein republikanischer Gewährsmann sagte, Jeffords sei über den nachlassenden Einfluss gemäßigter Politiker in seiner Partei verärgert. Aus demokratischen Kreisen verlautete, Jeffords könne bei einem Wechsel damit rechnen, einen Ausschussvorsitz zu übernehmen. Der Umworbene sagte lediglich: "Ich denke über vieles nach. Ich werde morgen (Mittwoch) in Washington eine Erklärung abgeben."

23.5.2001 12:36