Dienstag, 22. Mai 2001

Ferrero-Waldner in NEWS: Es ist alles offen

Ferrero-Waldner versucht sich als Nachfolgerin von Klestil zu profilieren. Im NEWS-Interview nimmt die Außenministerin erstmals zu den kolportierten Differenzen zwischen ihr und dem Ehepaar Klestil Stellung.

Zu Konkurrenzen zwischen ihr und Bundespräsident Thomas Klestil meint Ferrero-Waldner: "Der Herr Bundespräsident hat gemäß der Verfassung das Recht, den Staat nach außen zu vertreten - als repräsentative Aufgabe. Die Außenministerin aber muss die Inhalte gestalten... " Von meiner Seite ist ganz sicherlich überhaupt keine Intention da, irgendwelche Spannungen zu kreieren. Ich versuche, meine Arbeit gut zu machen.

Ferrero-Waldner zur Tatsache, dass Sie neuerlich zu einer Art Wettrennen mit dem Bundespräsidenten ansetzt - eine Woche nach Klestil besucht nun auch Sie China: "Ich stehe manchmal zurück, wenn er Reisen macht, etwa habe ich meine bilaterale China-Reise abgesagt. Muss aber trotzdem nach China, weil dort das EU-Asien- Treffen stattfindet. Dort geht es um wichtige Inhalte, da kann ich nicht fehlen, daher muss ich hinfahren.

Auch die behauptete Rivalität zwischen ihr und Margot Klestil-Löffler relativiert sie: " Ich denke, dass viele Beamte in der Entourage die Dinge zuspitzen. ..Zumindest nach meinen Gesprächen mit dem Herrn Bundespräsidenten hatte ich immer den Eindruck, das würde funktionieren.

Keine Hilfe für die "First Lady"
Gerüchte, sie habe der "First Lady" eine Karrieresprung versprochen, dementiert die Außenministerin: "Das ist total falsch. Weil der OSZE-Botschafter noch gar nicht ausgeschrieben und der UNO-Botschafter mit Thomas Stelzer schon besetzt ist. Frau Dr. Klestil-Löffler konnte sich gar nicht bewerben, weil nichts ausgeschrieben ist." Und zur Neubesetzung der Rechtsabteilung im Aussenamt: "Man kann von gar nichts ausgehen. Weil alles erst neu ausgeschrieben wird. Es werden sich eine Reihe von Kollegen bewerben."

Ferrero-Waldner die neue Bundespräsidentin?
Ferrero-Waldner zu Ambitionen Frau Klestil-Löfflers bezüglich der Präsidentenwahl 2003: " "Es kann sich grundsätzlich sicher jeder bewerben, jeder kann Kandidat sein. Denkbar ist alles. Was sich publizistisch rund um den China- Besuch abspielte, das ist wohl eine Frage der Interpretation." Sie selbst - als derzeitige Favoritin für die Klestil-Nachfolge "freue mich über jede Zustimmung der Österreicher. Das macht mir die doch schwierige Aufgabe als Außenministerin leichter. Aber alles andere ist noch völlig offen."

Das gesamte Interview und alles über Ferrero-Waldners Karriere-Pläne lesen Sie im aktuellen NEWS.

22.5.2001 16:53