Donnerstag, 24. Mai 2001

NEWS: Bischof Krenn für "Aufmerksamkeits-Tachtel"

Eltern-Führerschein - Ja oder Nein? Umfrage, Diskussion

Wie sollen Eltern ihre Kinder erziehen? Jetzt meldet sich Maria Rauch-Kallat zu Wort. Sie fordert: "Einen Eltern-Führerschein. Für alles gibt´s Ausbildungen. Nur die Kindererziehung fehlt jede adäquate Vorbereitung." Bischof Krenn bleibt konservativ. Er plädiert für die "Aufmerksamkeits-Tachtel".

Die ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat sieht dringenden Handlungsbedarf. Ihre potentiellen Kandidaten: Alle werdenden oder gerade gewordenen Eltern". Wie soll die Schulung erfolgen? Mittels TV-Videos oder Seminaren sollten Eltern auf die Kindererziehung vorbereitet werden.

Rauch-Kallat begrüßt ausdrücklich Diskussionsbeiträge der Gattin des Deutschen Bundeskanzlers Schröder: "Ich bin froh, dass auch die Sozialdemokraten draufkommen, dass Kinder Grenzen brauchen. Und Kindern muß man Grenzen aufzeigen: Um Acht ins Bett heißt um Acht ins Bett."

Nicht ganz überraschend, etwas radikaler die Ansicht von Bischof Kurt Krenn zum selben Thema: "Schwierige Kinder" seien "die Sache nicht besonders begabter Eltern". Zur g'sunden Watschn meint Krenn: "Sie muß nicht der richtige Weg sein, aber falsch ist sie nicht. Zur Aufmerksamkeitserweckung ist eine Tachtel o.k."

NEWS-Gallup-Umfrage: Rohrstaberl ja oder nein?
Strengere Erziehungsmethoden - zurück zum Rohstaberl a la Bildungs-Ministerin Gehrer - finden großen Anklang. Fast jeder Dritte hält die "g'sunde Watschn" für erzieherisch sinnvoll...

Noch ein paar Details:
- 59% der Österreicher unterstützen den Vorstoß von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer nach einem strengeren Regelkatalog in unseren Schulen.
- 58% der Befragten sind der Meinung, Österreichs Eltern erziehen zu wenig streng.
- 55% finden, dass die Kinder in unserem Land viel zu sehr verwöhnt werden.

So werden die Kids verwöhnt
- 79% nennen "zu frühem Handy-Besitz",
- 64% dem "Alter nicht entsprechendes Spielzeug" ,
- 58% "zu hohes Taschengeld",
- 54% "zu modische Bekleidung" als Indiz fürs Verziehen der lieben Kleinen.

Erziehungs-Methoden, die in der Familie wirken
- 73% sind für eine strikte Beschränkung des täglichen Fernsehkonsums,
- 54% halten ein Ausgehverbot für sinnvoll,
- 38% finden, dass Taschengeldentzug immer wirkt,
- 29%, also ein knappes Drittel befürworten die "g'sunde Watschn".

Wie soll an Schulen gestraft werden?
- 75% wollen "adäquate Strafen" für mehrmaliges Zuspätkommen (75%),
- 73% Strafaufgaben,
- 59% Nachsitzen oder
- 53% einen Schulverweis nach mehrmaligen schweren Verstößen.
- 10% halten das auch in österreichischen Schulen aus der Mode gekommene "in der Ecke stehen" für erzieherisch wertvoll.

Jeder 5. Österreich will Schuluniformen
- 18 % würden sich freuen, wenn es wieder Schuluniformen gibt: Und zwar auch an öffentlichen Schulen. Begründung: Man könnte so den Modedruck von den Kindern nehmen und soziale Unterschiede ausgleichen.

24.5.2001 15:07