Schröder Kurzbesuch in Wien

Der deutsche Bundeskanzlers Gerhard Schröder trifft am späten Freitag Nachmittag zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Österreich ein. Gesprächspartner Schröders sind SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, Bundespräsident Thomas Klestil und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V).
Außerdem will der deutsche Kanzler mit dem Künstler Andre Heller zusammenkommen. Treffen mit Vertretern der FPÖ sind nicht vorgesehen. Schröder wird am Freitag mit der SPÖ-Spitze zusammentreffen und erst am Samstag mit Regierungschef Schüssel.
Es handelt sich um den ersten Besuch Schröders seit dem Ende der acht Monate dauernden Sanktionen der EU-Staaten gegen die ÖVP-FPÖ-Koalition. Die rot-grüne Regierung in Berlin gehörte zu den prononciertesten Kritikern unter Österreichs EU-Partnern. Berlins Außenminister Joschka Fischer hatte die Maßnahmen mit einer "gemeinsamen Verantwortung von Deutschland und Österreich gegenüber der nationalsozialistischen Vergangenheit" gerechtfertigt.
Die Tatsache, dass Schröder erst seinen Parteifreund Gusenbauer und erst danach Schüssel trifft, wollte man im Vorfeld des Besuchs von Seiten der Bundesregierung offiziell nicht überbewerten. Das Bundeskanzleramt in Wien wies Berichte über eine angebliche Verstimmung zurück.
Vizekanzlerin und FPÖ-Obfrau Susanne Riess-Passer meinte jedoch, die Art der Vorbereitung des Schröder-Besuchs sei "nicht wirklich konstruktiv" gewesen. FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky formulierte seine Kritik schärfer und meinte, der Besuch drohe zu einem "Spektakel der Peinlichkeiten" auszuarten.
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