Dienstag, 22. Mai 2001

Schwarz gilt als erfahrener Seelsorger

Die Bestellung des Wiener Weihbischofs Alois Schwarz (48) zum neuen Diözesanbischof von Gurk-Klagenfurt wurde Dienstag Mittag vom Heiligen Stuhl in Rom offiziell bekannt gegeben. Er wird damit dem in die Steiermark gewechselten Egon Kapellari nachfolgen.

Bis zur Amtseinführung von Bischof Schwarz Ende Juni bleibt Kapellari noch Apostolischer Administrator von Klagenfurt.

Schwarz ist der 65. Bischof der im Jahr 1072 gegründeten Diözese. Von den neun österreichischen Diözesen ist Kärnten mit rund 440.000 Katholiken die viert Kleinste. Schwarz, ein gebürtiger Niederösterreicher, ist seit 1997 Weihbischof der Erzdiözese Wien. Wer sein Nachfolger in dieser Funktion wird, ist noch offen.

Der Wiener Weihbischof Alois Schwarz gilt als ein in Theorie und Praxis erfahrener Seelsorger. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er vor allem als Organisator des "Dialogs für Österreichs" bekannt geworden.

Seit seiner Weihe vor fast vier Jahren - am 22. Februar 1997 - war er als Bischofsvikar für die Begleitung und Fortbildung der Priester und für die Pastoral der geistlichen Berufe tätig. Weiters war er Bischofsvikar für das Vikariat "Unter dem Wienerwald", also für den südlichen Teil der Erzdiözese. Schwarz war auch in zahlreichen pastoralen Gremien auf diözesaner und überdiözesaner Ebene in führender Position tätig. Vor seiner Berufung zum Weihbischof war er Leiter des Wiener Pastoralamtes.

Biographie
Schwarz wurde am 14. Juni 1952 in Hollenthon (Niederösterreich) geboren. Er maturierte im Erzbischöflichen Gymnasium Sachsenbrunn. Danach trat er ins Wiener Priesterseminar ein. 1976 wurde er im Alter von 24 Jahren (dem im Kirchenrecht vorgeschriebenen Mindestalter) vom damaligen Wiener Erzbischof Franz König zum Priester geweiht. 1978 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Gleichzeitig war er Studienpräfekt im Priesterseminar und Assistent am Institut für Pastoraltheologie der Universität Wien. Er dozierte Homiletik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz. 1983 wurde er Pfarrer in Krumbach bei Kirchschlag in der Buckligen Welt.

Kardinal Hans Hermann Groer bestellte Schwarz 1987 zum Leiter des Pastoralamtes. Das Pastoralamt ist eine Schlüsselinstitution jeder Diözese, das die Schwerpunkte in der Seelsorge festlegt. Groer berief Schwarz 1993 auch in die "Diözesankommission für Frauenfragen". Schwarz war in diesem Gremium übrigens der einzige Mann. Er gehörte außerdem dem Wiener Domkapitel an.

Groers Nachfolger, Erzbischof Christoph Schönborn, hat Schwarz nicht nur als Pastoralamtsleiter bestätigt. Mit seiner Weihe zum Weihbischof und der Berufung zum Bischofsvikar wurde er noch intensiver in die Leitung der Erzdiözese einbezogen. Er gehört damit zu jenen Geistlichen, die von König, Groer und Schönborn in wichtige Positionen berufen wurden.

In seiner Funktion als Vorsitzender der Pastoralkommission Österreichs war er Organisator des "Dialogs für Österreich", jenes Reformprozesses, um den es heute sehr ruhig geworden ist. Nach der Salzburger Delegiertenversammlung im Oktober 1998 und den Quärelen innerhalb der Bischofskonferenz legte er im Dezember 1998 den Vorsitz der (geplant gewesenen, dann aber verschobenen) Bischöflichen Arbeitsgruppe "Dialog für Österreich" nieder und leitet seither nur noch die Projektgruppe "Geistliche Berufe".

22.5.2001 12:30