Dienstag, 15. Mai 2001

"Ich knabbere immer noch an der Trennung"

Nicole Kidman: Diashow

Luftiges beigefarbenes Spitzenkleid, die rote Mähne zum Zopf gebunden - und bloße Füße? "Um nicht noch größer zu wirken, habe ich mir die Schuhe ausgezogen", erklärt Nicole Kidman zu Beginn des TV-MEDIA-Talks.

"Meine Gesprächspartner werden mir sonst immer so unsicher". Grund dafür gibt es, abgesehen von ihrer betörenden Schönheit, keinen. Australiens Superstar ist herzlich, konzentriert, zeigt null Allüren - und redet ganz offen über ihre private Befindlichkeit.

TV-MEDIA: Im Kurtisanenmusical "Moulin Rouge", ihrem aktuellen Film, geht es um große Gefühle. Wieweit haben Sie die Trennung von Tom Cruise verdaut?

Kidman: Es mag paradox klingen, aber im Moment durchlebe ich eine glückliche und zugleich bittere Zeit. Glücklich bin ich über meinen beruflichen Erfolg, eben mit Moulin Rouge hier in Cannes. Auf der anderen Seite knabbere ich immer noch an der Trennung von Tom. Im Großen und Ganzen fühle ich mich aber gut wie schon lange nicht mehr. Denn besser man liebt und verliert, als überhaupt nie geliebt zu haben.

TV-MEDIA: Das klingt wehmütig.

Kidman: Finden Sie? Dann gefällt Ihnen das sicher besser: Ich weiß ganz genau, dass ich mich irgendwann wieder verlieben werden!

TV-MEDIA: Ihre tragische Fehlgeburt im März wurde vom bösen Gerücht begleitet, dass Tom am Ende gar nicht der Vater war.

Kidman: Totaler Unfug. Ich habe so etwas geahnt und deshalb vorsorglich einen Bluttest machen lassen, der alles klarstellt. Das Kind war ohne Zweifel von Tom.

TV-MEDIA: Ihre Offenheit, auch Ihre Emotionalität verblüffen. In den Medien werden Sie oft als kühl und unnahbar dargestellt.

Kidman: Weiß der Kuckuck warum! Ich bin bei uns in Australien viel zu bodenständig erzogen worden, um die Klischees einer Diva zu erfüllen. Mein Vater, ein Psychologe, hat mir einmal gesagt: Nic, sei nie überheblich - so kommst du besser durchs Leben. Daran halte ich mich bis heute.

TV-MEDIA: Stimmt es, dass der extrem emotionale Psychothriller "Eyes Wide Shut", Ihr letzter gemeinsamer Film mit Tom, mit ein Grund für die Trennung war?

Kidman: Sagen wir so: Ich habe während der Dreharbeiten Seiten an ihm kennen gelernt, die mir bis dahin unbekannt waren. Die Sexszenen zum Beispiel. Auf einem spannungsgeladenen Set wie bei Eyes Wide Shut merkst du sofort, wieweit die Gefühle echt sind oder eben auch nicht. Da hat uns der Film sicher die Augen geöffnet.

TV-MEDIA: Da Sie die Traumfabrik so bald nicht verlassen werden - wohin streben Sie beruflich?

Kidman: Ich möchte mehr Theater spielen, weniger Hollywood-Kino, und ich wünsche mir noch mehr Zeit für meine Kinder.

Lesen Sie im neuen TV-MEDIA die ganze Exklusiv-Story über Kidman und Cruise nach der Trennung.

15.5.2001 15:04

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Kino

Der Diktator

Komödie, Satire - USA, 2012

Regie: Larry Charles

Mit: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Megan Fox, John C. Reilly, Ben Kingsley

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