Samstag, 19. Mai 2001

Enttarnung eines Phantoms

Ernst Häberli, der seine Karriere in den USA machte, könnte nächste Woche zum Telekom-General bestellt werden und den Stuhl von Heinz Sundt übernehmen. Doch fix ist nix.

Der Wechsel des Managements in der Telekom Austria steht bevor. Der Mann, der dort als Vorstandsvorsitzender vorgesehen ist, läßt sich kaum fassen: Ernst A. Häberli, hat eine blitzblanke Karriere in den USA hinter sich. Er hat durch etliche Sanierungsjobs, etwa in der US-Papierindustrie, insgesamt prächtigst verdient und ist völlig unabhängig.

„Arbeiten muß er nicht mehr“, faßt einer seiner Freunde zusammen. Trotzdem will es der „klare Denker, der seine betriebswirtschaftlichen Ziele extrem zielbewußt und konsequent verfolgt“ (ein Ex-Kollege), noch einmal wissen. Und das ausgerechnet in der krisengeschüttelten und nicht gerade politikfernen Telekom Austria AG.

Eigentlich wurde der drahtige, leidenschaftliche Tourenskifahrer ja für die Nachfolge Rudolf Streichers ins Visier genommen. Doch dieser Job reizte den Absolventen der Zürcher ETH sowie der Columbia Business School nur mäßig.

Doch ob der Sanierer in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 29. Mai als Nachfolger von General Heinz Sundt bestellt wird, steht noch nicht fest. Top-Favorit für den Posten ist er in jedem Fall. Der Wunsch des Betriebsrats, das derzeitige Management zu belassen, wird nicht in Erfüllung gehen. Kommt Häberli nicht, wird ein anderer gesucht.

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19.5.2001 17:06