Preisunterschiede von bis zu 7.400 S

Bei Familienurlauben wird oft mit "Kinderrabbat" geworben. Wer allerdings genauer nachrechnet, wird bemerken, dass eine Familie trotz "Ermäßigung" mehr bezahlt, als würde für die Kinder der Erwachsenentarif gerechnet werden. Und dies bei identischer Leistung.
Die Buchung des Urlaubs kann große Löcher ins Geldbörsel reißen. Die AK-Konsumentenschützer haben Pauschalreisen für einen zweiwöchigen Sommerurlaub mit Halbpension für eine dreiköpfige Familie (zwei Erwachsene und ein achtjähriges Kind) und für zwei Erwachsene erhoben.
Preisunterschiede beträchtlich
Auch generell gibt es große Preisunterschiede bei vergleichbaren Angeboten verschiedener Reiseveranstalter. In einem Fall war ein zweiwöchiger Türkei-Sommerurlaub mit Halbpension um 7.400 S teurer.
Die Preisunterschiede sind bei den Familien im Schnitt größer (10 Prozent) als bei den Erwachsenen (7 Prozent).
Kinderpreis-Dschungel
Die Kinderermäßigungen sind bei den einzelnen Reiseveranstaltern sehr unterschiedlich berechnet und unübersichtlich gestaltet, kritisiert die AK. Es gibt Kinderpauschalen sowie gestaffelte prozentuelle Kinderermäßigungen.
Bis zu zwei Jahren reisen Kinder üblicherweise völlig gratis – Leistungen des Hotels, wie Gitterbett oder Verpflegung, sind direkt im Hotel zu zahlen.
Kind ist nicht gleich Kind: Für ältere Kinder werden meist geringere Ermäßigungen angeboten, oder sie fallen überhaupt aus dem Rabattsystem heraus. Bisweilen unterscheiden Reiseveranstalter zwischen kleinen (2 bis 5, 6 Jahre) und größeren Kindern (6 bis 11,12, bisweilen auch 17 Jahre).
Pauschalreisen mit Leistungsplus nicht unbedingt teurer
Bei manchen Pauschalreise-Angeboten gibt es zusätzliche Leistungen, wie z.B. Reiseversicherungen, Parkplätze am Flughafen. Der Konsument muss hier entscheiden, ob ein solches Zusatzpaket für ihn nützlich ist und auch prüfen, ob nicht bereits ein Versicherungsschutz zB aus einer Kreditkarte besteht, rät die AK.
Die Arbeiterkammer rät deshalb, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und vor allem die stark unterschiedlichen Kindermäßigungen zu beachten.
Tipps der AK-Konsumentenschützer:
+ Vergleichen Sie die Preise.
+ Beachten Sie die Kinderermäßigungen, da sie bei den einzelnen Reiseveranstaltern stark variieren.
+ Achten Sie auf Zuschläge zum Pauschalpreis. Nicht alle Reiseveranstalter weisen einen Komplettpreis aus, sondern schlagen bei der Buchung noch Flughafensteuern oder Sicherheitsgebühren drauf.
+ Vergleichen Sie den Familienpreis mit dem Preis der gleichen Anzahl von Erwachsenen, wenn Sie in Studios, Apartments und Bungalows untergebracht sind. Das kann mitunter günstiger sein.
+ Wenden Sie sich an Ihr Reisebüro, das Ihnen mit speziellen PC-Programmen bei der Suche nach günstigen Angeboten behilflich ist.
+ Für Singles mit Kind gibt es bereits besondere Angebote, die die Geldbörse schonen.
+ Reiseveranstalter dürfen keine nachträglichen Preisänderungen vornehmen, wenn die Reise innerhalb von zwei Monaten nach Buchung stattfindet sowie ab dem 20.Tag vor Reiseantritt. Lassen Sie sich von einer Konsumentenschutzeinrichtung beraten!

