Freitag, 18. Mai 2001

AK kritisiert Einstellung der Gepäcksaufgabe

Bahnfahrer müssen künftig österreichweit auf Gepäcksschalter in den Bahnhöfen verzichten. Statt dessen wird es nur mehr eine Hausgepäcksbeförderung geben. Nach Angaben der ÖBB bietet das am 1. April eingeführte Haus-Haus-Gepäck PLUS zwar ein verbessertes Service, die Arbeiterkammer ist allerdings ganz anderer Meinung.

Die ÖBB argumentieren: "Ein optimales Gepäckservice ist von entscheidender Bedeutung für den Gesamtkomfort einer Bahnreise. Das ist auch der Grund, warum das bestehende Reisegepäckangebot nicht mehr weitergeführt werden kann", so Personenverkehrschef Dr. Stindl. Die gleichzeitige Beförderung von Fahrgästen und Gepäck ist seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß.

Laut AK ist das eine neue Form der Kundenabschreckung. Die Haus-Haus-Gepäcksbeförderung sei teurer und vielen Fällen unbrauchbar. Betroffen davon sind nach Schätzungen der AK bis zu 100.000 Reisende - und jene EisenbahnerInnen, die derzeit in der Gepäcksabfertigung beschäftigt sind.

Ab 10. Juni wird es nicht mehr möglich sein, Reisegepäck am Abfahrtsbahnhof aufzugeben und am Zielbahnhof wieder in Empfang zu nehmen: Die ÖBB schließt die Gepäcksaufgabeschalter an den Bahnhöfen. Wer nicht "selbst schleppen" will oder kann, muss auf das Haus-Haus-Service umsteigen. Bisher kostet die Gepäcksförderung 110 Schilling pro Gepäcksstück bei Aufgabe am Bahnhof oder 200 Schilling für bis zu zwei Gepäcksstücke bei Haus-Haus-Zustellung. Das neue "Service" kostet 170 Schilling für ein Gepäcksstück, 230 für zwei und 290 Schilling für drei Stück Gepäck.

18.5.2001 09:18